Obwohl Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit zu Recht mit Gewalt gleichgesetzt wird, haben sich diese Gruppen in den letzten Jahren verändert. Zumindest verbal distanzieren sich viele rechtsextremistische Kader öffentlich von Gewalt. Sie beanspruchen für sich Gleichbehandlung und gerieren sich nach außen als gesittete und Biedermänner. Welche Taktiken wenden Rechtsextreme zur Imageverbesserung an, welche Strategien verfolgen sie? Und wie kann und muss die demokratische Öffentlichkeit mit diesem Wandel des politischen Stils umgehen? Andreas Klärner interessiert, wie sich die Aktionen und Organisationsformen der rechtsextremen Szene verändert haben, wer die Aktivisten sind, welches Selbstverständnis sie prägt und welche Erfolgsaussichten sich für diese Form des Rechtsextremismus prognostizieren lassen. Der Autor verschaffte sich über zwei Jahre hinweg die Möglichkeit, empirische Daten über Aktionen und Akteure in einer deutschen Stadt detailgenau zu erheben. Seine Recherchen und Interviews gewähren sowohl einen Einblick in die Binnenperspektive dieses oft schwer zugänglichen Milieus als auch in die Kontaktnetze der Akteure mit überregional operierenden Protestbewegungen und politischen Parteien. Die rechtsextreme Bewegung zeigt sich zwar aktiv, provokativ und innovativ, ihre Mobilisierungskraft erweist sich jedoch als begrenzt. In einem Ausblick zu den Erfolgsaussichten der Rechten und möglichen Gegenstrategien wägt der Autor am Ende seiner Studie fördernde und hemmende Faktoren ab.
Wichtig und erstaunlich aktuell findet Rezensentin Astrid Geisler diese Studie zum Rechtsextremismus in Ostdeutschland, die sie auch auf Grund ihrer Unkonventionalität bestechend fand. Zwar war sie anfänglich skeptisch - zu viel Zeit scheint aus ihrer Sicht zwischen Recherche und Ergebnispräsentation vergangen zu sein: ganze sieben Jahre nämlich. Umso verblüffender findet sie dann allerdings die Resultate der Studie, beobachtet sie doch bereits kurz nach der Jahrtausendwende schon Phänomene, die erst heute als neueste Erkenntnisse zum ostdeutschen Rechsradikalismus gefeiert werden: die Verbürgerlichung der Szene zum Beispiel. Der Soziologe des Rostocker Max-Planck-Instituts verfremde Orts- und Personennamen, doch wer sich auskenne, erkenne die Szene wieder. Andreas Klärner porträtiere dazu wichtige Protagonisten, Cliquen, Verbände und Strukturen, deren Wurzeln mitunter in die DDR der Achtziger Jahre reichen würden. Auch beeindruckt die Rezensentin die klare Botschaft der Studie, den Verhältnissen mit demokratischer Klarheit entgegenzutreten und gleich Erkenntnisse für die Erarbeitung von Gegenstrategien mitzuliefern.
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