Aus dem Französischen von Sigrid Groß. Fatou Keita erzählt von Malimouna, einer jungen Afrikanerin, die als kleines Mädchen durch Zufall der Beschneidung entgeht. Als sie im Alter von 14 Jahren verheiratet wird, wird ihr Geheimnis entdeckt. Sie muss fliehen und kommt nach Paris. Dort wird Malimouna Sozialarbeiterin und hilft Frauen, die Opfer männlicher Gewalt geworden sind. Sie kehrt nach Afrika zurück, heiratet und wird Mutter zweier Kinder. Nach kurzer Zeit muss sie feststellen, dass auch ihr Mann immer autoritärer, ja sogar gewalttätig wird. Diese Erfahrungen bringen Malimouna dazu, sich noch intensiver gegen die Unterdrückung der Frau einzusetzen. Auf ihre Initiative hin überwinden betroffene Frauen zum ersten Mal ihre Scham und ihre Sprachlosigkeit; das Für und Wider einer tief in der Kultur wurzelnden Praktik wird diskutiert. Doch der Kampf ist noch lange nicht gewonnen...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2001
Anstatt wie gewöhnlich eine "leidende Verliererin" zu zeigen, lobt Rezensent Heinz Hug, unterscheidet sich die von der Elfenbeinküste stammende Autorin durch die Zeichnung einer afrikanischen Frau, der ein frühes Entkommen aus ihren "schwierigen Existenzbedingungen" wie "Zwangsheirat, Polygamie, Gewalt und Abhängigkeit" gelingt. Hug hebt hervor, dass hier eine wechselvolle Geschichte erzählt wird und auch die ehrliche und sachliche Auseinandersetzung mit der weiblichen Beschneidung gefällt ihm. Nur die Sprache der Protagonistin und die Anlage der Erzählsituation würden der Radikalität des Themas nicht gerecht.
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