Gelesen von der Autorin. Mit einer Landkarte und einem Glossar."Drei Schritte nach vorn, zwei wieder zurück": so bewegt sich die Echternacher Springprozession, und so führt uns auch Felicitas Hoppe von einem Luxemburgischen Heiligtum zum anderen. Die innerste der untereinander kunstvoll verwobenen Geschichten spielt zwischen dem 22. Dezember und dem Dreikönigstag in der Gegend von Knaphoscheid und Wilwerwiltz, dann aber führt uns die Jagd zu Pferd - auf einem anderen Tableau - auf die Spur der seltenen Berbiolette "in den indischen Abend", in undurchdringliches Unterholz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.03.2003
Hans-Josef Ortheil bemerkt, dass es sehr konzentrationsintensiv ist, Felicitas Hoppe bei Vorlesen ihres eigenen Buches zuzuhören: "dem Zuhörer wird viel abverlangt, er soll sich nicht einschwingen". Nur ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit genügt seiner Meinung nach, schon "war alles vergebens". Das liegt seiner Meinung nach daran, dass die Autorin ihre Sätze extrem moduliert, was auch auf die Vorgaben des schriftlichen Textes zurückzuführen ist: "jede Phrase bekommt so eine eigene Gestalt, nichts wiederholt sich, alles strebt nach Unverwechselbarkeit". Es geht der Autorin nach Meinung des Rezensenten darum, "überall Bilder und Zeichen zu setzen". Er vergleicht das Werk der Autorin mit Judith Hermanns Lesung ihres neuen Buches und entdeckt in diesem Vergleich extreme Gegensätze: "Verbleibt die eine (Hermann) im abgedunkelten Zimmer, kennt die andere (Hoppe) nur das helle und weite Terrain draußen, spricht die eine nach unten und zur Seite weg, so reckt sich die andere auf und verteilt den Klang"
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