Felicitas Prokopetz

Wir sitzen im Dickicht und weinen

Roman
Cover: Wir sitzen im Dickicht und weinen
Eichborn Verlag, Köln 2024
ISBN 9783847901617
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen - vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.06.2024

Erstaunlich, wie es Felicitas Prokopetz gelingt, mehrere Generationen von Frauenschicksalen auf 200 Seiten unterzubringen, findet Rezensentin Ursula März. Ausgangspunkt ist die Hauptfigur Valerie, die glaubt, eine bessere Mutter zu sein als ihre eigene, aber in eine Krise gerät, als ihr Sohn das Haus für eine Weile verlassen möchte. Diese durchaus geläufige Situation erweitert die Debütantin Prokopetz laut Rezensentin durch die Rekonstruktion der Familiengeschichte Valeries, wobei insbesondere die problematischen Mutter-Tochter-Beziehungen, aber auch unglückliche Ehen und abwesende Väter thematisiert werden. Manchmal droht man beim Lesen die Orientierung zu verlieren, so März, aber insgesamt gelingt es der Autorin wunderbar und ohne Abschweifungen, historische Erfahrungen und soziale Realitäten zu verdichten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.05.2024

Konkret und pointiert - Rezensentin Judith von Sternburg lobt den Debütroman der jungen Autorin Felicitas Prokopetz. Sie ziehe nicht unnötig in die Länge und setze auf die Steigerung der Intensität durch Auslassungen. Prokopetz schreibt über Generationentraumata und deren Auswirkungen im Alltag. Die Mutter Valerie macht sich viel zu viele Sorgen um ihren Sohn und schränkt ihn dadurch in seinen Entscheidungen ein. Die Rezensentin versteht, dass Valeries Ängste aus ihrer Beziehung zu ihrer Mutter Christian und ihrer Großmutter herrühren, die ihr viel zu wenig Liebe entgegengebracht haben. Dass man sich in dieser verwirrenden Figurenkonstellation selbst zurechtfinden muss, findet von Sternburg gar nicht schlecht. Prokopetz habe nicht den Raum, dem Leser alles tischfertig zu servieren, betont die Rezensentin und billigt die dramaturgischen Entscheidungen der Autorin, die sowohl diese Familienbeziehung interessant darstellt als auch in die Abgründe von Valeries Erleben vordringt.

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