Deutschland im Ernstfall
Was passiert, wenn wir angegriffen werden

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2025
ISBN
9783455021080
Broschiert, 240 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Das Szenario ist real und wird in der Politik vielfach durchgespielt: Deutschland wird in einen Krieg verwickelt. Gäbe es dann genügend Schutzräume für die Zivilbevölkerung? Ausreichend Medikamente? Wären unsere Daten sicher? Könnte das Internet ausgeschaltet werden? Und wer träfe die strategischen Entscheidungen? Mit viel Insiderwissen und Detailkenntnis schildern die Autoren, was passiert, wenn unser Alltag einer allumfassenden Bedrohung ausgesetzt ist und Infrastruktur, Versorgung, Information und politischer Apparat sabotiert und angegriffen werden, ja gänzlich ausfallen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2026
Rezensent Thomas Speckmann hält das Thema dieses Buches für dringlich: Ferdinand Gehringer und Johannes Steger, beide in Beratungsfirmen im Krisenabwehr- und Verteidigungsbereich tätig, weisen in der Veröffentlichung darauf hin, dass Deutschland schlecht gerüstet ist für den hybriden Krieg, in dem wir uns faktisch schon befinden. Denn Länder wie Russland zögern konventionelle kriegerische Konflikte mit Ländern wie Deutschland eben deshalb so lange wie möglich heraus, weil sie so von den langwierigen Abstimmungsprozessen einer zivilen Verwaltung profitieren können. Um diverse Cybercrimeattacken, Angriffen auf Infrastruktur und ähnlichem besser begegnen zu können, schlagen die Autoren insbesondere zwei Maßnahmen vor, lesen wir: Zum Einen soll ein hybrider Kriegszustand verfassungsrechtlich definiert werden als "Vorstufe zum Verteidigungsfall", zum Anderen sollen die beteiligten Behörden Szenarien durchspielen, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Besonders beeindruckt ist Speckmann von einem Fakt aus Schweden: Dort wissen 70% der Bevölkerung, auch weit abseits verteidigungsrelevanter Berufe, was sie im Ernstfall zur Verteidigung ihres Landes beitragen können. Der Rezensent findet, dass Deutschland sich daran ein Beispiel nehmen sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025
Das "Kriegsszenarien-Sachbuch" hat gerade Hochkonjunktur, hält Rezensent Robert Probst fest, zwei davon schaut er sich näher an, beide lohnen sich für ihn. Ferdinand Gehringer und Johannes Steger setzen sich in recht trockenem Stil, wie Probst einräumt, mit allerhand praktischen Problemen auseinander: Wir lernen Gesetze kennen, die im Kalten Krieg entstanden sind und bekommen gezeigt, was mit unserem Ersparten passiert, was Desinformation anrichtet, aber vor allem, was die Behörden so geplant haben, wenn der Kriegsfall eintritt. Dynamischere, reportagenhafte Schilderungen liest Probst bei Hauke Friederichs und Rüdiger Barth, die sich nicht scheuen, die zahlreichen Schwächen der Bundeswehr zu benennen. Sie kommen zu dem Schluss, dass Deutschland nicht vorbereitet ist und es wichtig wäre, die Bevölkerung mit angemessener Kommunikation auf die Möglichkeit von Krieg einzustellen, ein Schluss, dem sich Probst nur anschließen kann.