Mit zwei Zugaben aus Handschriften. Herausgegeben von Bernhard Echte. Ferdinand Hardekopf ist seit hundert Jahren ein Geheimtip, auf den sie alle geschworen haben: Kurt Tucholsky, Hermann Hesse, Hugo Ball, Joseph Roth, Heinrich Mann, Walter Benjamin. Begonnen hat er als 25-Jähriger mit Berlin-Feuilletons in einer Provinz-Zeitung. Diese reizvollen Texte, erst kürzlich wieder entdeckt, schildern das Berliner Leben zur Jahrhundertwende: die großstädtische Atmosphäre der Straßen im Wechsel der Jahreszeiten, die Entwicklung des modernen Theaters und der literarischen Cabarets, das Entstehen einer "Unterhaltungsindustrie" und viele mehr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2016
Rezensent Oliver Pfohlmann amüsiert sich mit den Berliner Feuilletons von Ferdinand Hardekopf aus den Jahren 1899-1902. Für ihn sind die Texte eine kleine Sensation, an Experimentierfreude und Beobachtungsgabe vergleichbar den "Berliner Briefen" von Alfred Kerr, meint er. Was Hardekopf ausgerechnet in einem Provinzblatt wie der "Eisenacher Tagespost" über Theater, Verkehr, Einkausgewohnheiten und Kaffeehaus-Kultur in der Reichshauptstadt zu berichten hat, scheint Pfohlmann geprägt von einem Sinn für die Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2016
Lothar Müller hat eine Entdeckung anzuzeigen. Ferdinand Hardekopfs Feuilletons aus dem Berlin der Jahre 1899-1902, geschrieben für die Eisenacher Tagespost, scheinen ihm, wenngleich auch weniger umfangreich, ebenso kostbar wie diejenigen Alfred Kerrs. Für Müller glänzt der Autor vor allem mit impressionistischen Darstellungen der Berliner Bohème, mit Berichten über Theater, Bars, Straßenhandel, das Automobil und Gummischuhe (die ihren Trägern "die Grazie der Plumpheit" verleihen) sowie mit Porträtskizzen, etwa über Frank Wedekind. Vor allem die Leichtigkeit des Stils und der Pointen fällt Müller positiv auf. Alle damaligen Dämonisierungen der Großstadt scheinen ihm daneben zu verblassen.
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