Aus dem Französischen und Italienischen von Franz Blei, Heinrich Conrad, Wilhelm Weigand und anderen. Nichts Menschliches war ihm fremd, vor seinen Witzen waren alle gleich. Als Zweiundzwanzigjähriger schrieb das verwachsene Genie den Klassiker "Über das Geld", den auch Karl Marx sehr schätzte, später einen Skandalerfolg mit seinen Dialogen über den Getreidehandel und die Regierungskunst, "eins der besten, lehrreichsten, und zugleich witzigsten und unterhaltendsten Bücher, das seit hundert Jahren zum Vorschein gekommen ist" (C. M. Wieland). In Paris war er als neapolitanischer Gesandtschaftssekretär mit den Enzyklopädisten befreundet, hielt einen Affen, empfing Besucher bis in die Mittagszeit am Bett. Er ließ das Trommelfeuer seiner Witze auf die Tischgesellschaften der Salons herabregnen und glühte vor Vergnügen, wenn die Tafelrunde in brüllendes Gelächter ausbrach. Doch sein Höhenflug wurde jäh unterbrochen: Nach einem diplomatischen Unfall wurde er aus Paris verwiesen. Doch Galianis Unglück wurde zum Glücksfall für die Literaturgeschichte: Sein Briefwechsel mit den Pariser Freunden ist nicht nur ein kulturhistorisches Dokument.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2009
Das Problem, einen derart vielseitigen Universalgelehrten wie den 1728 geborenen Neapolitaner Ferdinando Galiani und dessen facettenreiches, nicht selten mit sehr spitzer Feder geschriebenes Werk einem breiten Publikum nahe zu bringen, sieht Dieter Richter mit dem vorliegenden Band glänzend gelöst. Neben Auszügen aus Schriften über das Geld oder das Problem von Hungersnöten, stützt sich Herausgeber Wolfgang Hörner vor allem auf die Briefe, die Galiani als Diplomat aus Paris oder, nach seiner Rückkehr nach Neapel, an seine französischen Freunde, zu denen auch Diderot und D'Alembert zählten, schrieb. Sehr rühmt der Rezensent den Herausgeber, der nicht nur hilfreiche Kommentare, Erläuterungen und ein vollständiges Werkverzeichnis, sondern auch ein willkommenes Sachregister bietet. Hingerissen ist Richter vom boshaften Witz und der frivolen Respektlosigkeit, die sich bei Galiani mit der ebenfalls darin zu findenden Melancholie zu einem seltenen Lesegenuss mischen.
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