Aus dem Englischen von Peter Waterhouse. Norman Lewis führt Tagebuch über seine Zeit als Nachrichtenoffizier in Neapel, von Herbst 1943, der Landung der alliierten Truppen bei Salerno, bis zu seiner Abberufung im Herbst 1944. Er verzeichnet Gewalt, Unfähigkeit, Not, Witz, Erfindungsgeist und Verstellungskunst der Bewohner dieser fernen, "orientalischen" Stadt am Ende des großen Krieges. Seine Chronik ist eine Initiation ins Neapolitanische.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.06.2016
Maike Albath gefallen die Nüchternheit und der unbestechliche Blick des britischen Reiseschriftstellers Norman Lewis. Seine neuaufgelegten Beobachtungen aus dem Neapel des Jahres 1944 scheinen Albath von der skeptischen Haltung ihres Autors der britischen und amerikanischen Besatzungspolitik gegenüber und von der Liebe zum Süden geprägt zu sein. Vor dem Hintergrund der jüngsten Geschichte in Afghanistan, im Irak und in Syrien für Albath eine besonders aufschlussreiche Lektüre. Ob Lewis über Schwarzmarktaktivitäten schreibt oder die untergründigen Gesetze der Stadt, nie wird er überheblich oder mystifizierend, sondern bleibt humorvoll und anteilnehmend, versichert Albath, die das Buch als Ergänzung zu Curzio Malapartes Neapel-Roman "Die Haut" empfiehlt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2016
Norman Lewis' Tagebuch "Neapel '44" ist eines der eindringlichsten Porträts dieser Stadt, die Andreas Rossmann je gelesen hat. Als Nachrichtenoffizier hatte Lewis sich mit einer kleinen Gruppe Freiwilliger dem Vorstoß der US-Armee angeschlossen, die nach erbitterten Kämpfen schließlich ins zerbombte Neapel einmarschierte, erklärt der Rezensent. Lewis beschreibt die Not und die Schläue, mit der die Neapolitaner ihr begegnen: sie lügen, klauen, schachern, prahlen und machen das Beste aus dem Wenigen, das da ist, erfährt Rossmann. Die Camorra kehrt nach dem Krieg zurück und organisiert das Verbrechen aufs Neue, im März bricht der Vesuv aus, Glaube und Aberglaube greifen um sich, zählt der Rezensent auf. Lewis schildert das Chaos, das der Krieg hinterlässt, ohne Neapel als Sündenpfuhl oder seine Bewohner als Teufel abzustempeln, erklärt Rossmann, der sich sehr über diese Neuauflage freut.
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