'333 saftige Papayas' ist ein affirmatives, hoch unwissenschaftliches und spielerisches Kompendium zur Bezeichnung unserer Genitalien. Die Papaya ist mehrgeschlechtlich und vieldeutig. So wird diese Frucht zur Leitfigur und Sinnstifter:in einer neuen sexuellen Spielfreiheit und dient außerdem als Lehrmittel in der Gynäkologie. Der Diskurs für einen gleichberechtigten Sprachgebrauch wurde zumindest in der Medizin schon angestoßen. Dennoch finden sich selbst in LGBTQIA*-Kreisen nur wenig positiv besetzte Bezeichnungen des dritten Geschlechts.
Wir reden zu wenig über Geschlechtsteile, finden die beiden Autorinnen Flore de Crombrugghe und Rasa Weber, die deshalb ein umfangreiches "Kompendium der dicken Dinger", so der Untertitel, vorgelegt haben, das durchaus wissenschaftlicher ist, als es auf den ersten Blick wirkt, wie Rezensentin Undine Fuchs betont. "Von A wie Aal bis Z wie Zungenbrecher" werden die verschiedenen Bezeichnungen vorgestellt, dazu kommen Illustrationen, die Fuchs besonders gefallen, die Ähnlichkeiten, die etwa zwischen männlicher Intimbehaarung und dem Maler Bob Ross gefunden werden, sind allerdings manchmal etwas zu viel des Guten, befindet sie. Dennoch sieht die Kritikerin hier eine Einladung, sich eingehend mit der Sprache des Sexuellen und auch mit den Lücken zu befassen, die es in der Benennung von weiblichen, trans und inter Geschlechtsteilen gibt.
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