Was wäre die deutsche Buchlandschaft ohne die kleinen Verlage? Gerade heute, wo die Branche mit dem Rücken zur Wand steht, sind sie die Wagemutigen, die Experimentierfreudigen, die Entdecker. Die vermeintlich Randständigen bilden damit ein heimliches Zentrum der Bücherwelt. Ohne ihren Eigensinn könnten die großen kalten Sonnen um sie herum schnell verglühen, denn es mangelte ihnen an Nachschub an Autoren, Themen oder gestalterischen Trends. Der Berliner Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte ist seit zweieinhalb Jahrzehnten Teil dieser zwar disparaten und krisengeplagten, aber quicklebendigen Szene. Nun blickt sein Verleger zurück.
Ralph Gerstenberg scheint gerührt von Frank Böttcher und seiner Verlags- und Verlegergeschichte. Das Jubiläumsbuch erzählt laut Gerstenberg die Geschichte eines Kleinstverlags im Prenzlauer Berg, von Höhen und Tiefen, Autoren und Büchern, wie den literarischen Ergüssen eines Rockmusikers (Flop) und den Erinnerungen der Bonhoeffer-Witwe (Top). Auch wenn das alles wie aus der Zeit gefallen wirkt, so Gerstenberg, es wirkt eben auch nicht schnelllebig. Das Überleben gibt Verlag und Verleger recht, findet der Rezensent.
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