Frank Ronan

Cosmic Dancer

Roman
Cover: Cosmic Dancer
Eichborn Verlag, Frankfurt 2003
ISBN 9783821809168
Gebunden, 311 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 1968 ist Coorg vier Jahre alt, lebt von braunem Reis und Kohl, lernt lesen mit dem I-Ging und wird von allen in der Kommune in Devon als der neue Merlin verehrt - aber er selbst hat so seine Zweifel. Ihm sind die Herzlichkeit und das einigermaßen genießbare Essen von Debora und die wunderbaren Spiele mit Mervyn viel wichtiger. Um so schlimmer, dass eines Tages seine ihm völlig unbekannten Großeltern auftauchen und sich verdächtig oft für seine äußere Erscheinung interessieren. Als die Mitglieder seiner Kommune wieder einmal das große Orakel befragen, passiert es: Coorg wird nach Irland entführt, bekommt einen neuen Namen, einen Haarschnitt und eine neue Religion verpasst. Und bald hat er keinen Zweifel mehr: der wahre Irrsinn lebt im Normalen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.02.2003

Frank Ronans Roman bietet der Rezensentin Susanne Messmer "eine exakte Wurzelanalyse des gegenwärtigen Männerproblems". Den Ursprung dieses von ihr nicht näher spezifizierten Problems lokalisiert sie in den siebziger Jahren, "als sich die Menschen Blumen in ihre wachsenden Haare steckten" und Männer zu Softies erzogen wurden, wie Messmer glaubt. "Weil ihre Eltern, die um 1940 Geborenen, zu sehr damit beschäftigt waren, sich neu zu finden, mussten sie, die 1960 und später Geborenen, allein klarkommen, ohne Erziehung, oft ohne Orientierung". Unter solchen Umständen wächst auch der kleine Junge Coorg in einer Hippiekommune auf dem Land auf. Die Beschreibung der Kommune ist laut Messmer "derart klischeehaft überzeichnet, dass es schon wieder witzig wirkt." Doch lange könne sich der Leser nicht über die heute skurril anmutende Lebensweise der Hippies amüsieren, denn für Coorg brechen schwere Zeiten an, als er von seinen Großeltern nach Irland entführt wird. Konfrontiert mit der autoritären Erziehung seiner neuen "Kommune" muss Coorg nun erwachsen werden, stellt Messmer fest. Sie versteht zwar nicht, warum Coorg aus dem anscheinend recht freudlosen Großelternhaus nicht abhaut, wünscht sich aber unbedingt eine Fortsetzung, die erzählt, wie es mit "unserem Sorgenkind Coorg" weitergeht.

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