Stuart David

Wie Nalda sagt

Roman
Cover: Wie Nalda sagt
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783821808758
Gebunden, 192 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Esther Kinsky. Ein junger Mann hütet ein Geheimnis - und je länger er es mit sich herumtragen muß, desto größer wird seine Verzweiflung. Ängstlich meidet er die Nähe zu anderen Menschen, eine kleine Tasche mit seinen Habseligkeiten immer griffbereit. Als ein Arbeitskollege ihn ansprechen will, folgt er einem gewohnten Reflex: Er schnappt sich seine Tasche und rennt davon, in die nächste Stadt, an einen anderen Ort. Hauptsache in Sicherheit, wie seine Tante Nalda immer sagt. Bei Nalda ist er aufgewachsen. In ihrem Wohnwagen hat er gelebt, ihren skurrilen Geschichten hat er atemlos gelauscht, mit ihr zusammen ist er als Gärtner durch die Lande gezogen. Doch seit sie verschwunden ist, wächst seine Sehnsucht nach anderen Menschen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.08.2002

Am Anfang war Susanne Messmer etwas genervt durch die "penetrant naive" Erzählweise des Buchs. Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der wortwörtlich alles glaubt, was man ihm sagt. Zum Beispiel, wenn seine Tante ihm sagt, er habe als Kind einen Edelstein verschluckt. Irgendwann, während der Ich-Erzähler beschreibt, wie er jeden Morgen seinen Stuhl untersucht, muss es dann passiert sein: Die Rezensentin wird vom Buch "angesaugt" und will "es gar nicht mehr aus der Hand legen". Messmer glaubt zu wissen, wie der Autor das angestellt hat: Das Buch "spielt mit der Frage, was passiert, wenn man schlappe Lebensweisheiten - von wegen innerer Kern, große Liebe usw. - in neue, glitzernde Metaphern packt, und was als Nächstes passiert, wenn sich diese verselbständigen". Die kindliche Erzählperspektive wird für die Rezensentin vom anfänglichen Ärgernis zur eigentlichen Qualität dieses Buchs.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2002

Bernadette Conrad erkennt in diesem Debütroman über einen Jungen, der in einer Liebesbeziehung seine Lebensangst los wird, ein "archaisches Grundmuster". Einmal mehr werde nämlich die Liebe als Retterin beschworen, die Misstrauen und Angst überwinden kann, so die Rezensentin angetan. Sie attestiert dem schottischen Autor ein tiefes Wissen um die "Paradoxe des Lebens" und preist die "souverän" erzählte Geschichte. Zwar räumt Conrad ein, dass man über dieses Thema nicht zum ersten Mal liest, doch findet sie, es "kann nicht schaden", wenn man es auf derartig "behutsame und eigenwillige" Weise erneut vorgeführt bekommt. Mitunter ein wenig übertrieben findet sie nur die "mimosenhafte Sensibilität" des Protagonisten. Dadurch entstehe sprachlich ein "Überempfindlichkeitsgestus", der mehr "irritiert" als überzeugt, so die Rezensentin kritisch, die ansonsten aber sehr angetan von diesem Roman ist.

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