Aus dem Englischen von Edith Beleites. War Judas wirklich der Verräter, als der er allgemein gilt? Als alter Mann in Palästina lebend blickt er zurück. Er hat Jesus ein Leben lang mit tiefer Zuneigung begleitet, wurde aber skeptisch gegenüber der bedingungslosen Verehrung, die dieser zunehmend forderte. Das machte ihn zum Außenseiter in Kreis der Jünger, dennoch blieb er als Einziger an seiner Seite bis zum Ende. Der verräterische Kuss, der tatsächlich ein letzter Versuch war, Jesus zu retten, die Silberlinge, die nie gezahlt wurden - all das fügt C. K. Stead zusammen zur alternativen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2012
Mit dem im Jahre 2006 verfassten Roman "Mein Name war Judas" des Neuseeländers Christian Karlson Stead und dem 2010 erschienenen Roman "Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus" des Briten Philip Pullman versuchen gleich zwei Autoren, Jesus Christus und seine Botschaft an die Leserschaft heranzutragen, berichtet Rezensentin Angela Schader - ohne zu verhehlen, dass sie mit beiden Werken gleichermaßen unzufrieden ist. C. K. Steads Roman wäre wohl auch nie ins Deutsche übersetzt worden, wäre Neuseeland nicht Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gewesen, glaubt die Kritikerin. In Steads Roman erlebt die Rezensentin Jesus als Verführer, der sich von seiner Fähigkeit, Menschen zu begeistern, verleiten lässt, sich als Messias über die Menschen zu erheben. Einzig sein Kindheitsfreund Judas bleibt Jesus gegenüber skeptisch und den christlichen Werten "Vernunft, Mitgefühl und Nächstenliebe" treu. Dass der Autor jedes Kapitel seines an sich "solid historischen" Romans mit einem Gedicht abschließt, findet die Kritikerin ein wenig störend. Darüber hinaus hätte sie sich von Steads literarischem Versuch, die Figur Jesu dem modernen, säkularisierten Denken anzunähern, etwas mehr "Radikalität und Dichte" gewünscht.
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