Aus dem Englischen von Anja Lazarowicz. Belfast, in einem katholischen Viertel. Im Haus der Familie McBride schaut der Papst von der Wand. Die Geschichten, die Mutter Sarah dem kleinen Martin vorliest, haben alle ein Happy-end - bis auf die der Titanic, die natürlich unterging, weil die Protestanten beim Bau des Schiffes immer so fürchterlich geflucht haben. Vater Isaac singt morgens beim Rasieren das Lied vom Faloorie Man und hat auf jede Frage, die Martin ihm stellt, eine Antwort. Nur auf die Frage, wieso er selbst keine Geschwister hat, geben Sarah und Isaac ihm keine Antwort. Bis er eines Tages eine Entdeckung macht, die das Vertrauen in seine Eltern für immer erschüttert ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2002
Erzählungen über eine arme, irisch-katholische Kindheit sind für H. G. Pflaum bereits "zu einer Art Genre" geworden. Auch Eugene McEldowney greife in seinem Roman "viele der bekannten Motive und Topoi auf", wie die materielle Not und die "repressive Sexualmoral", die für einen Pubertierenden schwer zu ertragen ist. Der Roman erinnert Pflaum stark an Frank McCourts "Die Asche meiner Muter", allerdings in einer "light-Version". Ohne McCourts Autobiografie wäre dieses Buch sicher nie geschrieben worden, glaubt der Rezensent. Er hält McEldowney für einen "geschickten und unaufdringlichen Erzähler", der aber "freundlich bis zur Harmlosigkeit" sei. Erst als der Romanheld erfährt, dass er adoptiert wurde, bekommt der Roman "eine kaum noch erhoffte Eindringlichkeit". Als weitere Parallele zu McCourt findet auch der Romanheld von McEldowney "die Rettung im Schreiben". Die Frage, wie weit der Roman autobiografische Elemente enthält, "ist müßig, denn der Roman selbst ist die Antwort", erklärt Pflaum.
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