Frank Tichy zeichnet in seiner Biographie Innerhofers Weg vom Bauernhof in die Welt der großen Wörter nach, befragte Familienmitglieder, Freunde und Weggefährten. Seine Recherchen über Innerhofers Kindheits- und Jugendjahre in der bäuerlichen Welt der fünfziger und sechziger Jahre, die ersten großen literarischen Erfolge in den Siebzigern und die letzten Jahrzehnte in Graz vermitteln Einsichten in Leben und Werk eines genialen Dichters, der sowohl gegenüber anderen als auch gegen sich selbst gleichermaßen sensibel und destruktiv agierte. Franz Innerhofer vermochte seine eigenen Lebens- und Leidenserfahrungen in große Literatur zu verwandeln, aber er wurde dennoch nicht fertig mit seiner Geschichte. Zeitlebens sah er sich "in eine fremde Welt gestellt".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2004
Deutlicher kann man ein Buch kaum verreißen, als es der "Jdl" zeichnende Rezensent mit Frank Tichys Biografie des Schriftstellers Franz Innerhofer tut. Innerhofer sei ein "grobschlächtig-sensibler Schriftsteller" gewesen, ein "wütender Antiheimatdichter", zunächst bejubelt und dann fallengelassen vom Literaturbetrieb, der an seinen inneren Widersprüchen gelitten und sich schließlich umgebracht habe. Über die Problematiken in seinem Leben und den Menschen im Scheitern erfährt man jedoch in diesem Buch nichts, so der wutschnaubende Rezensent. Stattdessen ergehe sich der Autor in einer schier unerträglichen Empathie, die in "eitle Melodramatik" münde, leite aus dem Werk des Autors nichts als psychologische Vermutungen ab und bewerte den Nachlass Innerhofers (den er nicht hatte sichten können) praktischerweise als unerheblich.
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