Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2000
Andreas Fahrmeirs Skepsis, ob mit solch einem Thema nach so zahlreichen historischen Studien noch Neuland betreten werden kann, ist offensichtlich schnell gewichen: Es hat sich in seinen Augen gelohnt, der Verwendung des Begriffes "Reich" in diesen Aufsätzen aus deutscher und britischer Perspektive auf die Spur zu kommen. "Die Folgen unterschiedlicher Reichsvorstellungen" - vom Mittelalter bis hin zur Funktionalisierung des Begriffs bei den Nationalsozialisten - werden seiner Ansicht nach hier interessant und aufschlussreich vermittelt. Allerdings scheinen ihm die jeweils deutschen bzw. britischen Sichtweisen bisweilen zu sehr auf bestimmte methodische Vorgehensweisen fixiert zu sein. Dies könne zu "Verzerrungen führen", meint Fahrmeir, der gerade in dieser methodischen Beschränktheit die Notwendigkeit zu "deutschbritischen Dialogen über zentrale Themen der jeweiligen Nationalgeschichte" aufgezeigt sieht.
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