Franz-Michael Konrad beschreibt anschaulich die Geschichte der Schule vom Alten Ägypten über antike Gymnasien und mittelalterliche Klosterschulen bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung in Deutschland im 20. Jahrhundert: Die allgemeine Schulpflicht, Vereinnahmungen der Schule durch den Staat und immer neue Reformen haben hier die Entwicklung geprägt. Abschließend fragt der Autor, was die PISA-Studie für die Zukunft der Schule bedeutet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2007
Die Geschichte der Schule von der Antike bis in die Gegenwart ist für Franz-Michael Konrad eine klare Erfolgsgeschichte, konstatiert Heinz-Elmar Tenorth, der sich dieser Auffassung durchaus anschließen kann. Allerdings konzentriere sich der Autor bei dem Abriss über 5000 Jahre zunächst auf Europa, ab dem 19. Jahrhundert dann auf Deutschland, und lasse dabei frühe Entwicklungen beispielsweise in China völlig außer Acht, moniert der Rezensent, der findet, dass ein Blick über den Tellerrand durchaus lohnend gewesen wäre. Vermisst hat Tenorth bei der eher auf Institutionen konzentrierten Schulgeschichte außerdem eine "quantifizierende Analyse", und ihm hätte auch gefallen, wenn Konrad sein Plädoyer für Schulreformen in einen geschichtlichen Rahmen gestellt hätte. Sehr angenehm aber ist dem Rezensenten aufgefallen, dass der Autor nicht in die Klage von den Härten des Lehrerberufs einstimmt, sondern stattdessen aufzeigen kann, wie positiv sich die Lehrerkarriere entwickelt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2007
Insgesamt zufrieden ist Rezensent Daniel Jütte mit dieser Geschichte der Schule, die der Bildungshistoriker Franz-Michael Konrad vorgelegt hat. Er schätzt das institutionsgeschichtlich angelegte Werk als "konzis" und "solide". Besonders begrüßt er die Thematisierung von Hürden und Nischen für Frauen in den verschiedensten Bildungssystemen. Auch der Vergleich zwischen katholischen und protestantischen Wegen im Schulwesen hat ihn überzeugt. Bedauerlich scheint ihm dagegen, dass man kaum etwas über die Geschichte jüdischer Pädagogik erfährt. Auch bemängelt er die zunehmende Konzentration auf die deutsche Entwicklung. Außerdem hätte er sich gelegentlich eine etwas differenziertere Darstellung gewünscht, etwa wenn es um das angeblich so dunkle Mittelalter geht. Lobend äußert er sich dagegen über das Schlusskapitel, das die aktuellen Debatten über das gegenwärtige Schulsystem instruktiv erläutert.
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