Im Jahr 2002 erschien mit Das Erziehungssystem der Gesellschaft der letzte Band von Niklas Luhmanns epochaler Theorie der Gesellschaft. Dem Erziehungssystem der Gesellschaft widmete Luhmann allerdings bereits seit den siebziger Jahren große Aufmerksamkeit und publizierte eine Vielzahl von Texten, die von einem Lexikonartikel über System und Systemtheorie in einem pädagogischen Wörterbuch über das "Kind als Medium der Erziehung" bis hin zur Reformpädagogik reichen. Dieser Band versammelt erstmals diese verstreut publizierten Texte und bietet somit einen exzellenten Überblick über Luhmanns Theorie des Erziehungssystems.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2004
Niklas Luhmann habe sich schon früh für Fragen der Pädagogik interessiert, diese aber erst spät in sein Gesamtwerk systematisch eingegliedert, weiß Heinz-Elmar Tenorth, der sich über die von Dieter Lenzen herausgegebene Sammlung von elf Beiträgen Luhmanns zu klasssischen Fragen der Pädagogik erfreut zeigt. Man dürfe aber auf keinen Fall ein "Rezeptbuch der Bildungsreform nach PISA" erwarten, warnt er, Luhmann leiste grundlagentheoretische Arbeit. Für ihn sei die Pädagogik eine "Systembetreuungswissenschaft" gewesen, eine Rolle, die diese Diziplin nur ungern beziehungsweise gar nicht übernehmen würde. Überraschenderweise stünde aber nicht die Gesellschaft, sondern der Unterricht selber im Mittelpunkt von Luhmanns Interesse, berichtet Tenorth, und in den praktischen Implikationen führe das bei Luhmann zu einer relativ konventionellen Pädagogik, die Unterricht als Erziehungsagentur versteht und Leistungsmessung als notwendig erachtet. Ratschläge hätten Luhmann nicht gelegen, resümiert Tenorth, wohl aber weise Luhmanns distanzierte Betrachtungsweise manch realistische Handlungsoption auf.
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