Franziska Gänsler

Wie Inseln im Licht

Roman
Cover: Wie Inseln im Licht
Kein und Aber Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783036950341
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Als ihre kleine Schwester verschwindet, ist Zoey selbst noch ein Kind. Ihre Erinnerungen daran sind bruchstückhaft und widersprüchlich. Warum wurde nie nach der Schwester gesucht? Und wieso hat die Mutter seitdem so getan, als hätte es die Schwester nicht gegeben? Nach dem Tod der Mutter reist Zoey an die französische Atlantikküste, zurück an den Ort, an dem sie zu dritt gelebt haben, bevor diese eine Nacht alles veränderte. Zoey beginnt, nachzuforschen und ihre Erinnerungen neu zu sortieren, die wie Inseln im Licht aus dem Meer ragen und die tief unter der Oberfläche miteinander verbunden sind.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.07.2024

Rezensentin Carola Ebeling freut sich, dass Franziska Gänsler das Thema ihres Debütromans in ihrem zweiten Buch vertieft: Wieder geht es um eine Mutter-Tochter-Beziehung, diesmal im Schatten des Tods der Mutter und des länger zurückliegenden Verschwindens der kleinen Schwester - eine Mitschuld der Protagonistin Zoey steht im Raum. Wie feinfühlig Gänsler dabei die verschiedenen Schichten der Beziehung Zoeys zu ihrer Mutter freilegt, die sich zwischen inniger Zuneigung, gegenseitiger emotionaler Abhängigkeit und verdrängten Gefühlen bewegt und erst durch die Außenperspektive einer Freundin Zoeys als missbräuchliche erscheint, beeindruckt die Kritikerin. Besonders lobt sie Gänslers Talent zur bildhaften Verdichtung von Stimmungen, die auch schon den Debütroman auszeichnete. Ganz so "feingliedrig" wie dieser falle der neue Roman zwar nicht aus, gelungen sei aber dennoch eine "kluge" und "berührende" Geschichte über Schmerz und Momente der Befreiung, schließt Ebeling.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.04.2024

Rezensentin Sarah Elsing ist hingerissen von diesem krimihaften Roman um eine junge Frau, die anlässlich der Beerdigung ihrer Mutter einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt. Elsing sieht die Geschichte schon als Film vor sich, so spannend sei das erzählt. Aber auch literarisch hat ihr dieser Roman um Missbrauch und emotionale Abhängigkeit ausgezeichnet gefallen: Sie hebt die "bildhafte Erzählweise" ebenso hervor wie das Einfühlungsvermögen der Autorin. Die hat übrigens Malerei studiert, weshalb wohl die Exkurse zu weiblichem Schmerz in der Kunst von Munch und Emin so überzeugend geraten sind, denkt sich die beeindruckte Kritikerin.
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