Boris Becker ist ein Idol weit über die Grenzen des Sports hinaus. Wie kein anderer verkörpert er neben dem sportlichen Erfolg den Traum vom märchenhaften Aufstieg eines Provinzjungen zum Superstar. Selbst Fußballidol Franz Beckenbauer sagt anerkennend: "Der Boris steht meilenweit über allen. Da reicht kein Schmeling hin, kein Seeler, kein Beckenbauer - niemand." Dieses Buch erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Lebens. Es gibt Aufschluß über die kompromißlose Welt des Profisports, beschreibt Psyche und Beweggründe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2002
Biografien haben oft das Manko, weiß der Rezensent mit dem Kürzel "jam", zu persönlich oder zu abstrakt zu sein. Der Journalist Fred Sellin hat sich für seine Biografie des Lebens von Boris Becker angenommen und eine "amüsant zu lesende" und "durchaus unterhaltsame" Lektüre verfasst, lobt der Rezensent, kritisiert aber, dass Sellin etwas viel über Beckers Liebesleben berichte. Dass der die Abwechslung liebe, sei dem Leser nun wirklich hinlänglich bekannt, ein paar Frauennamen weniger hätten dem Buch da nicht geschadet, meint "jam". Beckers Lebensgeschichte "plätschere" denn auch eher dahin, die Figur Becker erhalte wenig Konturen. Eine "gewisse Bereicherung" stelle sich wohl nur bei dem ein, mutmaßt der Rezensent, der sich intensiv dafür interessiere, wem der Tennisspieler wann eine Absage erteilt habe.
"Was hat Boris Becker, was ich nicht habe?" - Unter dieser Fragestellung hat sich, berichtet Dirk Knipphals, der Hamburger Fred Sellin dem "Phänomen Becker" genähert und ein lesenswertes Buch darüber geschrieben. Denn Sellin, der selbst gar kein Tennis-Fan sei, demontiere den Star Becker, ohne es auf Entzauberung anzulegen, meint der Rezensent. So erfahre der Leser hier, dass Becker für sein Tennisspiel eine optimale Förderung erhielt und sein Medienimage anderen verdanke. "Hübsch" sei, so Knipphals, dass Sellin es vermeide, Becker für "dumm" zu befinden, aber trotzdem zeige, dass er von dessen "Geisteskräften" nicht viel halte. Vom Glamour Becker bleibe am Ende der Lektüre jedenfalls, so der Rezensent, trotz einer nur dezenten Kritik des Autors nicht viel übrig.
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