Die Schnittstelle von Leben und Tod ist Alltag in der Notaufnahme. Verzweiflung und Freude, Angst und Hoffnung liegen oft nur eine Zimmertür auseinander. Fred Sellin hat Rettungssanitäter, Ärzte und Krankenschwestern der Klinik Nord in Hamburg über Monate begleitet. Er war dabei, wenn sie mit Erfolg um Unfallopfer kämpften, wenn sie sich dem Tod geschlagen geben mussten. Er hat in erschöpfte Gesichter gesehen, intensive Interviews geführt und zu begreifen versucht, wie man mit den Bildern und der schier übermenschlichen Verantwortung lebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2007
Fred Sellins Reportage aus der Notaufnahme eines großen Hamburger Krankenhauses hat Rezensent Gangolf Seitz letztlich nicht wirklich überzeugt. Zwar bescheinigt er dem Autor, einen genauen Blick auf die Abläufe der Ambulanz, die Arbeit von Ärzten, Polizisten, Krankenwagenfahrer und das Schicksal der Patienten zu werfen. Auch findet er das Buch gut geschrieben und spannend zu lesen, lobt es zudem als "authentisch und detailliert". Aber das Buch erscheint ihm zum einen unentschieden zwischen Reportage mit "viel persönlicher Anteilnahme" und "Doku-Soap ohne den Schaum einer durchgehenden Handlung". Zum anderen muss er dem Autor vorhalten, zu stark die Perspektive der Notaufnahme eingenommen zu haben und deren Tätigkeit nicht mehr kritisch zu befragen. Zudem vermisst er eine Auseinandersetzung mit problematischen Fragen des Gesundheitswesen, etwa der Trennung von stationärer und ambulanter Behandlung, der Undurchlässigkeits des Systems, der Abschottung der verschiedenen Einrichtungen gegeneinander. Die eigentlichen Probleme bleiben für Seitz in diesem Buch völlig unterbelichtet.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…