"Ausblicke auf eine Geschichte der Wahrnehmung" - nicht mehr und nicht weniger verspricht Cristina Nord nach der Lektüre des Bandes, der eine mehrbändige Reihe mit Schriften der vor kurzem verstorbenen Filmkritikerin eröffnet. Nord hebt als Besonderheit hervor, dass sich Grafe bei ihren filmhistorischen und -ästhetischen Spekulationen niemals im Vagen verliere und findet dies um so bemerkenswerter als ein Thema wie "Farbe" leicht zu Vagheiten verführen könnte. Aber wenn man Nord richtig versteht, so fasst Grafe diese Thema nicht nur von psychologischer und theoretischer, sondern auch von technischer Seite auf, und vor allem scheint sie sich der Schwierigkeit eines Redens über Farben bewusst zu sein: "Farbe lässt sich besser umschreiben als beschreiben", zitiert Nord die Autorin. Ohne dass Nord große Worte macht, spürt man in ihrer Kritik doch den Respekt vor der Qualität der hier vorliegenden Essays.
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