"Er war irgendwie anders in letzter Zeit." Mit diesen Worten beauftragt die Redakteurin Mia Bischof die Detektei Liebergesell, nach ihrem vermissten Freund zu suchen. Süden und seine Kollegen kommt die Frau von Anfang an seltsam vor. Sie sehen sich in ihrem unguten Gefühl bestätigt, als irritierende Hinweise im Arbeitsumfeld des Vermissten auftauchen. Er habe Kontakt zu Neonazis, heißt es. Doch Mia bestreitet das vehement. Süden schiebt seine persönlichen Bedenken beiseite bis seine Kollegen in höchste Gefahr geraten und er um ihr Leben fürchten muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.12.2013
Der neue Krimi von Friedrich Ani erinnert Sylvia Staude doch sehr an die Geschichte der NSU-Morde und das Ermittlungdesaster der Geheimdienste. Sogar Beate Zschäpe meint Staude in einer Figur wiederzuerkennen. Abgesehen von diesen der Rezensentin offenbar nicht ganz geheuren Bezüge, findet Staude im Buch den gewohnten Ani-Sound, eine klischeefreie atmosphärische Verdichtung. Dass sämtliche Figuren, der Kommissar eingeschlossen, mit einer dunklen Seite aus Angst und Zweifel ausgestattet sind, gefällt Staude. Ebenso, dass der Autor den Leser stets in kleinbürgerliche Milieus entführt, hier das der Münchner Eckkneipen, in denen im Text allerdings die rechte Gesinnung gedeiht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2013
Auch den bereits neunzehnten Tabor-Süden-Krimi von Friedrich Ani hat der Rezensent Rudolf Neumaier gerne gelesen. Dieses Mal führt der Autor seinen Ermittler, inzwischen in einem Büro als Privatdetektiv tätig, in das rechtsextreme Milieu von München, wo er nach einem verschwundenen Taxifahrer fahnden soll, der der Szene angehört. Neumaier ist beeindruckt von den dringlichen und wichtigen Fragen nach dem Umgang mit dem braunen Terror in Deutschland, die Ani stellt. Das ist der Grund, weshalb ihn die Geschichte fesselt und schaudern lässt. Er lobt explizit die Ambivalenz der Figuren und Anis Fähigkeit, sich in seine Charaktere einzufühlen.
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