Fritz Grünbaum

Das Cabaret ist mein Ruin

Chansons, Conferencen und Texte. 2 CDs
Cover: Das Cabaret ist mein Ruin
Edition Mnemosyne, Neckargmünd 2005
ISBN 9783934012233
CD, 26,00 EUR

Klappentext

CD 1: Chansons, Conferencen, Szenen und Schlager von und mit Fritz Grünbaum (78 Minuten).
CD 2: Lachen am Abgrund. Feature von Volker Kühn (DLF 2004; 52 Minuten) sowie "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein." Schlager, Lieder und Arien von Fritz Grünbaum aus Operetten und Revuen von Ralph Benatzky, Leo Fall, Emmerich Kalman, Fred Raymond, Robert Stolz u.a. (25: Minuten).
Fritz Grünbaum - promovierter Jurist aus Brünn - ging zum Kabarett, weil er schon als junger Student "an der unausrottbaren, fixen Idee litt, dass die Menschen zu wenig lachen". Nach seinem Debut im Wiener Kabarett "Die Hölle" machte er eine Blitzkarriere; schon 1907 feierte man Grünbaum im Berliner "Chat Noir" und amüsierte sich über seine geistreich-witzigen Monologe. "Das Publikum lacht über meine Hilflosigkeit. Die rührende Hilflosigkeit des kleinen Mannes, der da oben auf dem Podium steht und mit dem großen Drachen Publikum kämpft." Grünbaum gilt als einmalige Erscheinung einer längst vergangenen Brettl-Ära: er war der erste bedeutende Conferencier der Kaiserzeit, in den Zwanzigern arbeitete er mit Kurt Tucholsky für die Berliner Kabarett-Revue, schrieb Operettenlibretti und heitere Schlagertexte ("Ich hab das Fräulein Helen baden sehn"), in den dreißiger Jahren war er im Kino als Filmkomiker zu sehen. Er verfaßte Komödien und geistreiche Sketche und entwickelte mit seinem Bühnenpartner Karl Farkas die legendäre Doppel-Conference, das Markenzeichen des Wiener Kabaretts. 1941 kam er im Konzentrationslager Dachau zu Tode.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2006

Vom Ende her besehen glaubt Christiane Zintzen in diesem Radiofeature über den Wiener Kabarettstar der Zwischenkriegszeit eine "ominöse Note" herauszuhören, pendelt der Erzählton doch zwischen "Plauderton und Schicksalsmelodie". Das liegt vor allem an der Lebensgeschichte Fritz Grünbaums, der kurz nach dem 'Anschluss' Österreichs ins KZ deportiert und dort ermordert wurde. Und dennoch: "Nuancenreich" und mit "kundiger Sorgfalt" arrangiere Kühn das Material und zeichne so das Bild eines Conferenciers, der "in der Kunst wie im Leben" das Ethos "melancholische Selbstironie" pflegte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2006

Rezensent Uwe Ebbinghaus kniet vor dem Kabarettkünstler Fritz Grünbaum und diesem Hörbuch, dem es seiner Ansicht nach gelungen ist, durch "kluges Arrangement" Grünbaums Kunst in ihrer Breite darzustellen, obwohl nur sehr wenige Originaltöne dieses 1941 von den Nazis ermordeten Künstlers erhalten sind. Grünbaum sei es als erstem gelungen, die "primär unterleibliche" Kleinkunstform Kabarett mit dem Intellektuellen zu versöhnen, schreibt der Rezensent. In Wien sei Grünbaum ebenso erfolgreich gewesen, wie in Berlin. Besonders die Art, wie Grünbaum in seinen Stücken alles "Selbst-Affirmative" aushebelt, beeindruckt den Rezensenten tief. Manchmal entdeckt er einen "geradezu heineschen Zug" in Grünbaums Humor. Auch vor Hörbuch-Editor Wolfgang Schwiedrzik zieht der Rezensent den Hut, dessen Grünbaum-CD-Box er höchsten Ansprüchen gerecht werden sieht.
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