Fun Palace 200X - Der Berliner Schlossplatz

Abriss, Neubau oder grüne Wiese?
Cover: Fun Palace 200X - Der Berliner Schlossplatz
Martin Schmitz Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783927795358
Gebunden, 216 Seiten, 16,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Philipp Misselwitz, Hans-Ulrich Obrist und Philipp Oswalt. Palast der Republik, Stadtschloss oder grüne Wiese - was soll in der Mitte von Berlin geschehen? Dieses Buch rollt die Diskussion wieder auf. Kein Ort in Deutschland hat in den letzten Jahren ein größeres Interesse und stärkere Emotionen geweckt, erfuhr so viel mediale und politische Aufmerksamkeit, wie das Schlossareal in Berlin. Die Auseinandersetzung gleicht einem Glaubenskrieg im Geiste des Kalten Krieges: Schloss-Befürworter gegen Palast-Erhalter. Andere Optionen scheint es nicht zu geben. Eigentlich interessieren nur die Fassaden und die äußere Form. Das Dilemma der Finanzierung, ein innovatives Nutzungskonzept, die Rolle des Ortes für den öffentlichen Raum der Stadt - das alles spielt kaum eine Rolle. In jeder Hinsicht fehlen Ideen.
Am 4. Juli 2002 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, das vor 55 Jahren abgebrochene Stadtschloss wieder aufzubauen und den Palast der Republik abzureißen. Dadurch wurde die über 15 Jahre währende Kontroverse um die Zukunft des Areals scheinbar beendet. Doch in Wirklichkeit wurden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet: Was soll denn in einem wiederaufgebauten Schloss passieren? Wer kann die geschätzten Kosten von ca. einer Milliarden Euro tragen?
Dieses Buch versammelt eine neue Generation von Architekten, Künstlern und Urbanisten und präsentiert Vorschläge und Ideen vor dem Hintergrund jüngster Forschung und der Arbeit von Cedric Price, dem radikalen Denker und Anreger für eine andere Architektur. Cedric Price war seit seiner Bürogründung in London im Jahre 1960 einer der einflussreichsten Architekten seiner Zeit und beeinflusst junge Architekten und Künstler bis heute. Sein - nie realisierter - "Fun Palace" steht im Mttelpunkt dieses Buches. Es ist die erste deutschsprachige Veröffentlichung dieses Projektes.
Das Buch enthält Beiträge von An Architektur, Dirk Baecker, Alexander Brodsky, Abalos & Herreros, Wolfgang Kaschuba, Rem Koolhaas, Qingyun Ma, muf architecture/art, Cedric Price, Werner Sewing, Superflex, Jean-Philippe Vassal, Mark Wigley und vielen anderen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.07.2005

Ein "großes Glück", dass sich die Herausgeber dieses Bandes, der sich um die Debatten über den Wiederaufbau des Stadtschlosses und den Abriss des Palasts der Republik dreht, dem Diktum des Architekten Cedric Price verschrieben hat, nach dem aller Beständigkeit in der Architektur eine Absage erteilt werden müsse, meint Rezensent Cord Riechelmann. Es habe sich nämlich erwiesen, dass sich die früheren Ideen zum Schloss-Wiederaufbau nicht hätten durchsetzten lassen, was nicht zuletzt von einer "Krise der Repräsentation" zeuge, wie die Autoren der Beiträge zu diesem Band demonstrieren, erklärt der Rezensent. Letztlich geht es den Herausgebern darum, keine "Zementierung ewiger Orte und ewiger Repräsentationen" zu betreiben, was sie in den verschiedenen Vorschlägen zur weiteren Nutzung des Palasts der Republik zum Ausdruck bringen, stellt der Rezensent anerkennend fest.

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