Durchgehend bebildert, Übersichtskarten. Vorgeschichte: Denkmal- und Milieuschutz gegen Großsiedlungsbau und Kahlschlag. Alte und neue Vergangenheit: 1975-1980. Vom Europäischen Denkmalschutzjahr zur Verhandlung von tradierten "Stadtbildqualitäten" mit: SWB-, SCK- und SMW-Pilotprojekten, Friedrichstadt-Palast uvm. Berliner Postmoderne: 1981-1989. 'Kritische' und 'komplexe' Rekonstruktion für die Internationale Bauaustellung und den 750. Stadtgeburtstag mit: Stadtvillen an der Rauchstraße, Wohnen am Tegeler Hafen, Prager Platz, Nikolaiviertel uvm. Historischer Ausnahmezustand: 1990-2003. Über baurechtliche Besonderheiten zum 'Planwerk Innenstadt' mit: Hofgarten am Gendamenmarkt, Pariser Platz, Potsdamer Platz, Leipziger Platz, Hackescher Markt uvm. Anachronistische Gesellschaftskonzepte: 2004-2017. Von der Idee des 'neuen Stadtbürgers' zum theoretischen Ende des retrospektiven Bauens mit: Townhouses am Friedrichswerder, Diplomatenpark, Fellini Residences, Kronprinzengärten uvm.
Außergewöhnlich an Verena Hartbaums Retrospektive über das Bauen in Berlin seit 1975 findet Rezensentin Sophie Jung, dass die Autorin nicht nur die Entwicklung von Neubauten dokumentiert, sondern auch häufig verborgen gebliebene Namen von Investoren und elitären Bauherren an die Oberfläche bringt. Dass die Entwicklung des Bauens unter deren nicht unerheblicher Einflussnahme stand, stellt die Architektin, so Jung, kommentarlos und wertfrei heraus, was der Rezensentin gefällt. Unwohl wird ihr bei dem Eindruck, dass sich das heutige Berlin scheinbar in "die preußische Stadt des 19. Jahrhunderts" zurücksehnt, was aber weniger repräsentativ für die Bevölkerung Berlins ist als für die Branche, lernt die Rezensentin.
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