Aus dem Spanischen übersetzt von Silke Kleemann und Dagmar Ploetz. Er hatte sich geschworen, nie eine Rede zu halten, aber dann steht er doch sein Leben lang auf den Podien der Welt. Gabriel García Márquez, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und Literaturnobelpreisträger, weiß, was für eine Macht das Wort, sein Wort, haben kann. Die von ihm selbst eigens für dieses Buch zusammengestellten Reden sind Beispiele dafür. Literatur, Journalismus, Film und Politik, nicht zu vergessen die Freundschaften, sind die großen Themen im öffentlichen Leben von Gabriel García Márquez. Und darum geht es in diesen Reden - von der ersten, die er 1944 bei seinem Schulabschluss hielt, über die Nobelpreisrede 1982 bis zu jener anrührenden Ansprache 2007 in Cartagena de Indias bei der Vierzigjahr-Feier von "Hundert Jahre Einsamkeit".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2012
Man merkt der Kritik an, dass Rezensent Ralph Hammerthaler ein Verehrer Garcia Marquez' ist, denn eine kritische Kritik ist es fürwahr nicht, eher eine, die den Episoden aus den hier versammelten gehaltenen und ungehaltenen Reden hinterher sinniert. Unter anderem erfährt man, dass Garcia Marquez im Jahr 1968 zusammen mit Carlos Fuentes und Julio Cortazar im Zug nach Prag fuhr. Da hätte man doch gern gewusst, was sie damals dachten, aber sie haben sich im Zug offenbar nur blendend unterhalten und ausführlich über die Frage gestritten, wann das Klavier einen Platz im Jazzorchester fand. So geht Hammerthaler die Reden des Großautors durch und liest auch nochmal seine Nobelpreisrede von 1982, die ihm mit ihren Klagen über die Kolonialherren Europa und Amerika erstaunlich kleinmütig vorkam.
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