Aus dem Italienischen von Sylvia Höfer. Carlino, einziger männlicher Nachkomme einer Olivenöl-Dynastie, wächst unter dem herrischen Regiment seiner Großmutter auf. Doch spätestens seit er erlebt, wie die Aufbruchstimmung der Sechzigerjahre bis in die süditalienische Provinz vordringt, hat Carlino eigene Vorlieben: die Popmusik, die erste heimliche Zigarette, das erste mehr oder weniger geglückte Liebesabenteuer. Und dann gibt es noch den Onkel aus Amerika, der ihm in schillernden Farben von einer Stadt namens New York vorschwärmt..
Ein großer Familienroman, dessen Lektüre sich für Rezensentin Daniela Zinser ähnlich anfühlte, wie das "Abgehen alter Gemäldegalerien", wo alles nebeneinander und durcheinander hänge. Bereits die Geschichte selbst sei "purer Barock", was dank des Geistes und der Ideen, die sie durchziehen, die für die Kritikerin erfreuliche Folge hat, dass selbst absurdeste Ereignisse irgendwie plausibel wirken. Und doch: hinter all dem "Beschreibungsprunk" sieht die Kritikerin "kühlklare Analysen" lauern. Nie lasse Gaetano Cappelli seinen gebeutelten Protagonisten in Selbstmitleid versinken. Absurde Wendungen, Passagen über Musik und Süditalien produzieren allermeist größtes Leserinnenglück. Lediglich die Übersetzung nervt Zinser durch allzu pedantische Nachahmung des süditalienischen Dialektes, der Autor selbst durch ein überstrapaziertes Dauerunken.
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