Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Ein junger Scheich reist nach Kairo, um seinem Lehrer einen genauen Bericht über die Pyramiden zu liefern. Aber auch nach jahrelanger Erkundung bleiben sie ihm ein Rätsel, und er verharrt in Kairo. Da hört er von einem Manuskript, in dem angeblich das Rätsel der Pyramiden gelüftet wird. Er wird Buchhändler, der jeden Kunden respektvoll behandelt und die Kinder freundlich belehrt, denn er weiß nicht, in welcher Gestalt der Überbringer des Manuskriptes in Kairo erscheinen wird. Dies ist eine von 14 Geschichten, in denen sich der ägyptische Schriftsteller Gamal al-Ghitani, der sich seit Jahrzehnten mit den Pyramiden befasst, dem Geheimnis dieser einmaligen Bauten nähert. Ganz unterschiedlich, quer durch die Zeiten und in wechselnder Form, behandelt er sein Thema, wobei die Texte immer kürzer werden, bis nur noch drei Worte dastehen...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2006
Enttäuscht äußert sich Rezensent Stefan Weidner über diesen Band mit Geschichten Gamal al-Ghitanis, gerade weil er den Autor zu den wichtigsten Literaten Ägyptens zählt. Doch von der Klasse der Romane "Seini Barakat" oder "Das Buch der Schicksale" spürt Weidner bei diesen kurzen, mit der Faszination der Pyramiden spielenden Geschichten nichts. Besonders bedauert er die Abwesenheit von al-Ghitanis Witz, der seine früheren Werke prägte. Er hält dem Autor vor, sich allzu sehr seiner Faszination für die Pyramiden hinzugeben, die sich in leer laufenden Fragen wie "Was verbirgt sich hinter der äußeren Gestalt..." erschöpfe. Allenfalls lässt er das Werk als eine "schillernde Seifenblase" durchgehen, die bei näherer Betrachtung platzt.
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