Aus dem Englischen von Peter Friedrich. Im Peninsula District bei Melbourne, einer Halbinsel, die wie ein langes Komma ins Meer hinaus ragt, herrscht kurz vor Weihnachten Hochbetrieb. Es ist heiß, die Touristensaison hat gerade angefangen, im Gerichtsgebäude von Waterloo wird endlich die schon längst nötige Klimaanlage eingebaut. Detective Inspector Hal Challis freut sich nicht besonders auf die Weihnachtstage, alte Wunden werden wieder aufgerissen, am liebsten würde er sich ganz der Restaurierung eines alten Flugzeugs widmen. Dann aber wird eine junge Frau nachts auf dem Old Peninsula Highway ermordet, kurz darauf geschieht ein zweiter Mord, ein anonymer Brief kündigt ein drittes Opfer an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.08.2001
Fritz Göttler verliert weder ein Wort des Tadels noch des Lobes über dieses Buch, das die Ermittlungsarbeiten von Inspektor Challis beschreibt, der mit seinen Kollegen einen Serienmörder jagt. Doch scheint er sich von der Atmosphäre des Romans und den Emotionen des Inspektors, die zwischen "Frustration und Depression" schwanken, inspiriert zu fühlen. Jedenfalls wirkt seine Rezension ganz melancholisch. Seine Plotbeschreibung lässt den Leser der Kritik wie so oft im Dunkeln darüber, worum es eigentlich geht, doch zumindest vermittelt er eine Ahnung von dem Charakter des Romans, der wohl vor allem einsame, unglückliche Menschen kurz vor Weihnachten in Australien porträtiert.
Der Autor ist dem Rezensenten schon vor einiger Zeit angenehm aufgefallen. Dass Robert Brack auch diesmal nicht enttäuscht ist, liegt vor allem an der Vielschichtigkeit dieses Polizeiromans und an der Art, wie der Autor "mit bemerkenswerter erzählerischer Souveränität" sich mehrere Handlungen zuerst langsam entwickeln lässt, um sie schließlich zu einem Ganzen zu verdichten. Am Ende hat Brack nicht einfach einen Polizeiroman gelesen, sondern auch "eine Menge über das Leben 'down under' erfahren" und einer "komplex strukturierten Comédie humaine beigewohnt."
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