Garth Cartwright erzählt in diesem Buch von seiner Balkan-Odyssee auf der Suche nach der geheimen Geschichte und Kultur der besten europäischen Musiker: der Roma. Sein wilder Trip führt ihn durch die Ruinen des post-kommunistischen Serbien, wo er Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo trifft und in Guca an den stampfenden Bacchanalien des Bläserfestivals teilnimmt. In Makedonien besucht er die Gypsy-Stadt Shutka und ist Gast auf einer Zigeunerhochzeit; die makedonische Hauptstadt Skopje durchkämmt er auf der Suche nach Opium. Im Rumänien nach dem Fall Ceaucescus besucht er die Dörfer, aus denen Gruppen wie Taraf de Haidouks und Fanfare Ciocarlia stammen. Im bulgarischen Kocani heiratet er fast eine Gypsy-Prinzessin, trifft Tanzbären und euro-asiatische Schönheiten, und in einem Roma-Ghetto wird er Zeuge der feurigen, heidnischen Feierlichkeiten des Ederlezi, der "Nacht der Zigeuner". Auf seiner monumentalen Reise durch die abgelegenen Gegenden des Balkan navigiert Cartwright durch ein geheimnisvolles Europa, das man nur selten auf Landkarten findet und das in Reiseführern nicht erwähnt wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Den Autor des Buches über Roma-Musiker auf dem Balkan, Garth Cartwright, beschreibt Rezensent Felix Denk als Vertreter eines Verständnisses von Weltmusik, das sich für die "unverfälschte Exotik lokaler Musiktraditionen" interessiere, die noch nicht von der Hybridisierung der globalisierten Popwelt beeinflusst sei. Und gerade weil die Roma-Musik Südosteuropas zu einem wichtigen Zitatenlieferant der Popmusik geworden sei, komme Cartwrights Reisebericht über seine Begegnungen mit rund zwanzig Bands und Musikern zum richtigen Zeitpunkt und könne manche Wissenslücke füllen. Der Rezensent geht mit Cartwright auf den Charakter der Roma-Musik ein sowie auf ihren soziokulturellen Kontext und ihre Bedeutung für die Erinnerungskultur der Roma. Er hätte sich jedoch von dem Buch auch mehr Analyse und weniger "missionarischen Eifer" gewünscht und merkt kritisch an, die Musiker selbst seien gegenüber neueren Einflüssen oftmals undogmatischer und offener als der Autor. Und auch der deutsche Titel fällt in Denks Augen im Vergleich zum englischen Original "Princes amongst Men" deutlich ab.
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