Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation beschreibt dieses Werk mehr als drei Jahrhunderte deutscher Geschichte. Georg Schmidt eröffnet eine neue Sicht auf das Alte Reich, dessen föderative Staatlichkeit im Zeitalter der europäischen Integration überraschend aktuell erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2000
Mit großer Ausführlichkeit erläutert Peter Blickle die zentralen Begriffe, mit denen es der Leser in diesem Band zu tun hat. Dabei wird schnell deutlich, dass - trotz Blickles Bemühungen - ein interessierter Laie, der bei der Definition von Begriffen wie „Altem Reich“, „Kaiserreich“, „Deutschem Reich“, „Old Europe“ und „Heiligem Römischen Reich“ nicht wirklich sattelfest ist, bei der Lektüre dieses Buches nicht weit kommen wird. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, wie Blickle auch näher erläutert, dass der Autor in mancher Hinsicht von gängigen Definitionen abweicht oder sie erweitert. Summa summarum begegne man in diesem Band immer wieder auch „ungewohnten Durchblicken“, z. B. dann, wenn Schmidt von der Integration von Konfessionen im „komplementären Reichs-Staat“ spricht oder die Verwundbarkeit gegen Angriffe von aussen, die durch die „komplementäre Staatlichkeit“ bedingt sei. Schwerwiegende Kritik hat Blickle an diesem Band nicht anzubringen, im großen und ganzen ist er mit Schmidts Thesen einverstanden, sogar zum „Schmunzeln“ hätten ihn so manche Passagen gebracht. Nach der Lektüre des Buches könne man zu dem Schluss kommen, dass das „Alte Reich“ die Voraussetzungen zur Aufnahme in die Europäische Union bestens hätte erfüllen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Die Stärke des Buchs, so der Rezensent Karl Otmar von Aretin, seien die "breiten theoretischen Erwägungen", aber als eine "Geschichte des Alten Reichs" will er es nicht anerkennen: Dazu setze Schmidt zuviel voraus und gebe zu knappe Informationen, die das Buch auch für ein gebildetes Laienpublikum schwer nachvollziehbar machten. Ein Begriff wie der "geistliche Vorbehalt" etwa werde gar nicht erläutert. Von anderen Passagen ist Aretin dagegen angetan: Das Kapitel über den Kaiser als Garanten der Freiheit seiner Untertanen zählt er zum Besten, was über das Thema geschrieben wurde. Auch über die Entstehung eines deutschen Nationalgefühls - mit dem Kaiser und gegen ihn - scheint in dem Band einiges zu erfahren zu sein.
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