Die MATRIX-Trilogie ist mehr als nur ein geniales Spielzeug, das von der Leinwand hinweg sich auf die Bücher, die Comics, das Science-Fiction-Genre und die Werbung auswirkt. Die MATRIX-Filme sind ein ganzer Spielplatz, auf dem die unterschiedlichsten Spiele möglich sind: Fangen und Verstecken, Sandkastenspiele, Rollenspiele und natürlich auch die ernsteren Spiele, bei denen es auf Ideen, Wissen und Fantasie ankommt. Trivial Pursuit und Existenzphilosophie. Der Spielplatz MATRIX ist für alle offen: für Philosophen und Computerfreaks, für Martial-Arts-Fans, Entschlüsselungsfetischisten und Liebhaber von Sonnenbrillen. Aber ein offenes System ist noch lange kein System der Beliebigkeit. Deshalb besetzen die MATRIX-Filme auch, bei aller Verspieltheit, einen sehr konkreten Punkt in unserer Geschichte von Technologie und Politik, Kultur und Wahrnehmung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2004
In seinem neuesten Buch hat sich Filmpublizist Georg Seeßlen vorgenommen, die Matrix-Filmtrilogie der Brüder Wachowski zu entschlüsseln. In seiner Kürzestkritik zeigt sich der "als" zeichnende Rezensent nahezu erschlagen von diesem Unternehmen. In elf Kapiteln, auf 350 Seiten, stöhnt er, zeige Seeßlen sämtliche Aspekte und Verzweigungen der Filme, liefere ästhetische, philosophische und technische Hintergründe und diskutiert schließlich auch noch die biblischen, gnostischen und buddhistischen Dimensionen des Ganzen. "als" ist der "erfrischend saloppen" Darstellung nicht ungern gefolgt, glaubte aber auch zuweilen das Kompendium in seiner eigenen Bildsimulation verschwimmen zu sehen.
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