Das Kino war ein entscheidender Ort nationalsozialistischer Selbstdarstellung, und der Film hat sich seit den faschistischen Propaganda-Bildern unablässig mit dem Nationalsozialismus befasst: mit den Nazis und Hitler, mit dem Holocaust, dem Vernichtungskrieg, mit Widerstand und Befreiung. Wieder und wieder wird die Vergangenheit, die sich nicht bewältigen lässt, inszeniert: in Spielfilmen, Satiren, Dokumentarfilmen, als Holocaust-Drama, Science-Fiction, Trashfilm oder Doku-Soap, im Kino, im Fernsehen und im Internet. Sonja M. Schultz wagt eine Gesamtschau von über 80 Jahren NS im Film, von den 1930ern bis heute. Wie ändern sich die Bilder durch die Jahrzehnte, wie unterscheiden sie sich etwa in den USA, Deutschland, Osteuropa oder Israel? Und wie sind sie verzahnt mit den zeitgeschichtlichen Diskussionen um Täterschaft und Verleugnung, Erinnerung und Opfergruppen, nationale Selbstdefinition und staatliche Geschichtspolitik?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2012
Bert Rebhandl ist beeindruckt, dass Sonja M. Schultz ein Projekt dieses Ausmaßes alleine geschultert hat: die Autorin habe sich vorgenommen "alle (!) einschlägigen filmischen Darstellungen" des Nationalsozialismus zusammenzutragen und in einen Zusammenhang zu setzen. Die wissenschaftliche Distanz, die die Autorin wahre, sei Vor- und Nachteil ihres Buches "Der Nationalsozialismus im Film", findet der Rezensent. Es gelinge Schultz, sich nicht in filmkritischen Debatten zu verstricken und auch ungeliebtere Filme interessant darzustellen; andererseits bleibe ihre Perspektive etwas unpersönlich und - auch aufgrund des schieren Umfangs - sehr allgemein. Das Buch eigne sich zwar "hervorragend als Nachschlagewerk und als Fundgrube", bedürfe aber ergänzender Untersuchungen "kleineren Zuschnitts". Aber auch diese traut Rebhandl der Autorin zu.
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