Mit zwei Übersichtskarten. Im Mai 2004 signalisierte ein Friedensabkommen das Ende eines mehr als zwanzigjährigen Bürgerkriegs zwischen der islamischen Regierung des Sudan und der Guerillabewegung im Süden des Landes; zu diesem Zeitpunkt drohte bereits die sogenannte Darfur-Krise im Westen zum ersten Genozid des 21. Jahrhunderts zu werden. Gerard Prunier erläutert nicht nur die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte des Konflikts in Darfur, er verdeutlicht auch die Relevanz dieser Ereignisse für die Zukunft des afrikanischen Kontinents.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2007
Ein "zorniges" Buch sieht Andreas Eckert in diesem Werk des französischen Politologen Gerard Prunier, der der Weltöffentlichkeit vorhält, dem Töten in Darfur gleichgültig gegenüber zu stehen. Er bescheinigt dem Autor, das komplexe Geschehen in Darfur detailliert zu durchleuchten, das Geflecht von Ursachen und Zusammenhängen kenntlich zu machen und den Kern des Konflikts herauszuarbeiten. Pruniers Erklärung dafür, warum die Regierung in Darfur eine "genozidale Politik" verfolge, hält er allerdings für nicht ganz überzeugend. Unklar bleibt, ob es nun um ethnische Differenzen, um Konkurrenz um knappe Ressourcen oder um die gewaltsame Aufteilung von Volk und Territorium geht. Er weist zudem darauf hin, dass sich Prunier bei der Frage, ob in Darfur nun ein Genozid stattfindet oder nicht, nicht festlegen wolle und daher von einen "uneindeutigen" Genozid spreche.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2007
Überaus instruktiv findet Rezensent Jörg Später Gerard Pruniers Analyse des Darfur-Konflikts, der erst als Genozid weltweite Beachtung gefunden hat. Er würdigt den Historiker und Ostafrika-Spezialisten als Experten in dieser Thematik und verweist auf sein 1995 erschienenes Standardwerk über den Völkermord in Ruanda. Bemerkenswert scheint ihm, dass sich Prunier im vorliegenden Buch weniger für akademische Diskussionen um die Definition des Begriffs "Genozid" interessiert, als für die Benennung von Taten, Tätern und Tatorten. Gleichwohl hält er das Buch für theoretisch fundiert. So lerne man etwa, wie ethnische Konflikte entstehen. Deutlich wird für Später auch die historische Komplexität des Darfur-Konfliks. Besonders hebt er Pruniers "erfrischende Art" hervor, die profane Basis scheinbar kultureller Konflikte aufzudecken. Sein Fazit über das Buch: in analytischer wie in politischer Hinsicht "äußerst wertvoll".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…