Aus dem Spanischen von Henrike Fesefeldt. Der spanische Nationalstolz hat durch die Herausforderung der erstarkten katalanischen Unabhängigkeitsbewegung und das problematische Verhältnis des Baskenlandes und Galiciens zum Zentralstaat einen neuen Impuls erhalten. Rechtsradikale Tendenzen, etwa durch die Partei Vox, aber auch die von prominenten Intellektuellen und Politikern vertretenen Position, dass es einen spanischen Nationalismus überhaupt nicht gibt, prägen die gesellschaftliche Auseinandersetzung. Xosé M. Núñez Seixas skizziert die historische Entwicklung Spaniens vom Verlust der einstigen Größe, über den blutigen Bürgerkrieg und die Diktatur Francos bis zu den nationalistischen und patriotischen Diskursen im europäischen Kontext. Er untersucht den spanischen Staatsnationalismus ebenso wie die politischen Konzepte des Patriotismus und Nationalismus und nähert sich so der Frage, was es heute bedeutet, Spanier zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2019
Wolfgang Krischke folgt mit dem Historiker Xose M. Nunez Seixas der komplizierten Entstehung und Entwicklung des spanischen Nationalgedankens. Einsetzend mit dem Partisanenkampf gegen Napoleon 1808 und dann fortfahrend über 200 Jahre setzt der Autor laut Krischke einen deutlichen Schwerpunkt auf die Zeit nach Francos Tod. Der Leser erfährt Wissenswertes über rechte, liberale und linke Ausprägungen des spanischen Nationalismus heute und ihre gemeinsamen Bezugspunkte, so Krischke. Mitunter fällt dem Rezensenten vor lauter Details die Orientierung schwer, und er vermisst die Darstellung der wirtschaftlichen Bedingungen und des Verhältnisses von Gewerkschaften und Unternehmen, die laut Krischke durchaus bedeutsam wäre für ein Verständnis der Auseinandersetzungen zwischen peripheren und zentralistischen Nationalisten in Spanien. Ansonsten ein sehr informatives Buch, findet er.
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