Gerhard Kardinal Müller, lange von den Medien als Gegenspieler zu Papst Franziskus aufgebaut, stellt sich im Interview mit Carlos Granados den Fragen des Pontifikats und gibt Antworten darauf, wie er seinen Glauben und seine Theologie im Handeln des Papstes wiederfindet. Aus einen festen Glauben heraus, dem lateinamerikanischen Papst dienen zu können, vertieft er die Worte Franziskus und stellt sie in Verbindung zu den Glaubensgrundsätzen der katholischen Kirche. Hier zeigt sich, dass Papst Franziskus nicht alleine und einsam handelt, sondern in enger Zusammenarbeit seinen Weg geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2016
Rezensent Friedrich Wilhelm Graf hört in Gerhard Kardinal Müller mitunter einen islamistischen Prediger gegen den Westen wüten. Die krititische Diagnose der Gegenwart, die der "konservative Rebell" vorlegt, scheint ihm zwar wichtig, aber oft allzu geschwätzig und vor allem nicht immer stichfest. Was Müller etwa zu Schleiermacher einfällt, scheint Graf von wenige Sachkenntnis zu sprechen. Kulturpessimisten kommen aber auf ihre Kosten, meint er, wenn Müller konventionelle Formeln bemüht, um gegen den Laizismus zu polemisieren. Klar, dass die Kirche hier als einzige erleuchtete Instanz auftaucht, meint Graf. Deutlich zu sektiererisch wird Müller dem Rezensenten, wenn er auf die gleichgeschlechtliche Liebe schimpft. Wer einen "durchaus modernen theologischen Dezisionismus" wünscht, ist hier dennoch richtig, erklärt der Rezensent.
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