Gerhard Polt

Circus Maximus

Das gesammelte Werk
Cover: Circus Maximus
Kein und Aber Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783036951010
Gebunden, 752 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Der Band versammelt alle bisherigen Geschichten, Stücke, Monologe und Dialoge sowohl jene in Zusammenarbeit mit Hanns Christian Müller aus der Anfangszeit, wie auch alle aus den letzten zwölf Jahren in eigener Regie. Ergänzt wird die Sammlung durch ein Register mit Nach- und Hinweisen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.07.2005

Franz Schuh macht sich zunächst allerhand Gedanken zum schönen Wort "Kardinalskomik", widmet sich dann der Kabarett-Kritik des Autors Eckhard Henscheid, wie er sie in einem Beitrag im 11. Heft des Merkus von 1994 formuliert hat, um sich schließlich dem Band "Circus Maximus" mit den gesammelten Werken Gerhard Polts zuzuwenden. Der Rezensent lässt keinen Zweifel an seiner "Wertschätzung" des Kabarettisten und betont eingenommen, dass die Bühnentexte Polts auch ohne Bühne ihr "komisches Eigenleben" behaupten. Die Texte, die "ironisch a la Suhrkamp-Theorie" in große Sachkapitel gegliedert sind wie etwas "Grundwerte und historische Dimension" oder "Wirtschaft und Finanzen", "halten literarisch, was sie auf der Bühne versprechen", lobt Schuh eingenommen, der in gelungener Komik immer auch "tödlichen Ernst" mitschwingen sieht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2003

Ein wenig musste sich Rezensent Alex Rühle daran gewöhnen, dass er sich Polts verzwirbelte Gedanken bei diesem Buch selbst anlesen sollte und sie nicht von dem "massiven Klangkörper", der die "Bühnenpräsenz in Person" ist, vorgetragen bekommen hat. Für ihn ist das Buch "eine Art Hörbuch ohne Tonträger, eine eigene Form der Oral History". Und damit dessen Inhalt besser zur Geltung kommt, sollte man es gleich "Mehrfachlesen", denn dadurch erschließe sich erst, "wie raffiniert dieses Gestammel komponiert ist". Er schafft es nach Rühles Meinung, unsympathische Leute, zum Beispiel "all die Hausmeister, Trainingsanzugsbewohner und Wirtshaushocker, die so vor sich hin amorpheln und hämorrhoidial verduckst durchs Leben biestern" frei von der Leber weg reden zu lassen und ihnen trotzdem Würde zu geben. Dass Personal seiner Geschichten hat sich zeitgemäß erweitert, es gibt jetzt nicht mehr nur den Kleinbürger, sondern auch "die bayrischen Bürgermeister aus der New Economy, die ihr Dorf als Wellnesshappening anpreisen", so der offensichtlich gut unterhaltene Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2002

Hannes Hintermeier rät den Lesern, das gesammelte Werk des bayerischen Satirikers Gerhard Polt weiter zu empfehlen, da er längst zu den bedeutenden Gegenwartsschriftstellern zu zählen sei. Der "Circus Maximus" präsentiert sich im Gewand eines Klassikers und verfügt zwar über ein Titelregister, das die Monologe, Dialoge, Stücke und Geschichten der letzten fünfundzwanzig Jahre auflistet, Hintermeier bedauert aber das Fehlen eines Verzeichnisses der Erstveröffentlichungen, Uraufführungs- und Sendedaten. Die Texte seien nach Themengruppen sortiert, zum Beispiel "Grundwerte und historische Dimensionen", "Bauen und Umwelt", "Savoir Vivre", "Von den letzten Dingen", in denen der ganze "Poltsche Kosmos" ausgebreitet werde. Alle "Liebhaber Absurdistans" werden dieses Standardwerk schätzen, meint Hintermeier.

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