Mit 15 Abbildungen und 5 Tabellen. Die Schlagworte "Demografischer Wandel" und Gesundheitsreform" beherrschen seit Monaten die öffentliche Debatte in Deutschland. Neben politischen und ökonomischen Gesichtspunkten rücken angesichts der medizinischen Rationierung auch ethische Fragen immer mehr in den Vordergrund. "Ethik am Lebensende" setzt sich mit dieser Thematik im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung Sterbender auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die ethische Motivation von Ärzten und Pflegenden:- Warum wollen wir helfen?- Wie stehen wir zur Sterbehilfe?- Wie können Würde und Autonomie des Patienten gewahrt bleiben? Das Buch spannt den Bogen von verschiedenen philosophischen Ethik-Begriffen hin zur deskriptiven, häufig intuitiven Ethik der Alltagsbegegnung mit Kranken am Lebensende. Intuitiv spüren wir durch das Ansehen des Kranken die Aufforderung zur Hilfe. Der Autor gibt konkrete Ratschläge zur Wahrung der Patientenautonomie und Hilfen zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Exemplarische Texte zur Sterbebegleitung und ein Plädoyer gegen die Euthanasie runden das Werk ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2008
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Selbstbestimmungsrhetorik in der Sterbehilfedebatte findet Rezensent Michael Pawlik in Gerhard Potts Buch "Ethik am Lebensende". Der Autor, Chefarzt an einem katholischen Krankenhaus, stelle der Autonomie des lebensunwilligen Patienten die Autonomie der Helfer gegenüber. Die Argumentation Potts scheint ihm letztlich nur in dem Punkt erfolgreich, dass Ärzten keine Rechtspflicht zur aktiven Tötung ihrer Patienten auferlegt werden dürfe, nicht aber im Blick auf die eigentliche Intention des Autors, nachzuweisen, dass aktive Sterbehilfe generell nicht sein darf. Hier empfiehlt er Dietmar Mieths Buch "Grenzenlose Selbstbestimmung?", das ihm wesentlich "subtiler" erscheint als das von Pott.
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