Am Anfang des Buches steht ein ungewohnter Gedanke: Geburt und Tod haben viel gemeinsam, beides sind Ereignisse, für die die Natur bestimmte Programme vorgesehen hat. Sie laufen dann am besten ab, wenn sie möglichst wenig gestört werden. Palliativbetreuung und Sterbebegleitung, wie Borasio sie versteht, sind deshalb viel mehr als medizinische Symptomkontrolle. Vor allem leben sie von der Kommunikation, dem Gespräch zwischen allen Beteiligten, das die medizinische, psychosoziale und spirituelle Betreuung erst möglich macht. Sachlich informierend und argumentierend, setzt sich Borasio aber auch mit dem schwierigen Thema "Sterbehilfe" und mit Mythos und Realität der Palliativ- und Hospizarbeit auseinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2011
Gian Domenico Borasio, den Michael Pawlik als einen der "Wegbereiter der Palliativmedizin in Deutschland" schätzt, hat ein für den Rezensenten höchst erhellendes Plädoyer für einen natürlichen Tod geschrieben. Denn der Autor legt überzeugend dar, dass viele Mediziner viel zu wenig über palliative Medizin wissen und sich schwer tun, ihre einmal begonnenen Therapien zu beenden, auch wenn der Tod des Patienten unabänderlich ist und das Leiden unnötig verlängert wird, so der Rezensent zustimmend. Zustimmung bei Pawlik erntet auch Borasios Appell, sich nicht erst im Sterben mit den Prioritäten des Lebens auseinanderzusetzen, auch wenn der Rezensent vermutet, dass derlei gute Vorsätze schnell in Vergessenheit geraten.
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