Gideon Böss schaut sich zwischen Alpen und Nordsee um, ob auch etwas für seine bislang unerlöste Seele dabei ist. Die Auswahl ist groß, vielfältig - und sehr unterhaltsam. 'Ein ungewöhnlicher Deutschlandführer und ein wichtiges Buch zum Verständnis unseres Landes. Man liest und staunt und fühlt sich bestens unterhalten. Unbedingt lesen!' Feridun Zaimoglu Längst haben wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse. Zumindest was die religiöse Vielfalt angeht. Neben den Platzhirschen katholische und evangelische Kirche gibt es längst ein multikulturelles Durcheinander der verschiedensten Gottheiten. Magische Wölfe, verheiratete Hexen, gutmütige Aliens, fernöstliche Buddhas und ein lebendiger Johannes der Täufer. Egal welche Art der Seelenrettung dem Einzelnen zusagt, er wird für jede einen Anbieter finden. Gideon Böss reist durch das ganze Land, um sich mit Mitgliedern der verschiedensten Gruppen zu treffen und sich ihre Weltsicht erläutern zu lassen. Dabei entsteht eine kurzweilige und doch informative Momentaufnahme darüber, wie knapp fünfhundert Jahre nach Luther im Land der Reformation geglaubt, gebetet und gehofft wird.
Doris Akrap ist begeistert. Von Gideon Böss und seinem Buch, aber auch von ihren Landsleuten, die bei Böss zwar etwas skurril erscheinen, aber auch effizient und liebenswert, etwa weil sie, wie Akrap feststellt, mit ihrer unprätenziösen Hilfe für Migranten die Basis der Willkommenskultur 2015 darstellen. Die Reportagesammlung begreift sie bald als alternativen Reiseführer durch Deutschland, zu Hexenkulten, Sekten und Quäkern, Metropoliten, Baptisten und Druiden, Jesuiten und Aleviten. Dass einer wie Böss, ein Atheist, der sich durch seine Reisen auch nicht anstecken lässt, hinter das Geheimnis des Glaubens kommt, möchte Akrap nicht behaupten. Aber wie die deutsche Zivilgesellschaft tickt, das kann er der Rezensentin vermitteln.
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