In den späten Sechzigern war San Francisco nicht nur der Dreh- und Angelpunkt der Hippieszene, sondern auch der amerikanischen Underground-Comix. 1968 zog es auch den Comiczeichner Gilbert Shelton nach "Frisco", wo er mit anderen den Underground-Verlag "Rip Off Press" ins Leben rief - die legendäre Heimstatt der meisten Underground-Hefte jener Zeit. Seine bekannteste Schöpfung und ein weltweiter Bestseller wurden die Stories der drei drogenaffinen, zotteligen Hippie-Aussteiger Phineas, Free Wheelin' Franklin und Fat Freddy, der "Fabulous Furry Freak Brothers". Die chaotischen Abenteuer dieser Hippie-WG gehören selbst nach fünfzig Jahren zu den bekanntesten und lustigsten US-Comics aller Zeiten. Der avant-verlag hat alle je erschienenen Comicstrips der Freak Brothers, sämtliche Cover, Werbeposter, viele Illustrationen und rare Fundstücke zu einer belebenden Wundertüte zwischen zwei Buchdeckeln gedreht. Die ultimative Freak Brothers-Gesamtausgabe in zwei Bänden! In diesem zweiten und abschließenden Band der deutschen Gesamtausgabe finden sich Klassiker wie "Grass Roots" und "Fat Freddy, Drogenbaron". Hinzu kommen drei neue Geschichten zum Abdruck: "Fat Freddy wird religiös", "Franklin kauft sich eine Knarre" und "Phineas Suicide-Bomber". Dazu Tonnen an seltenen Illustrationen, Gastbeiträge von Gerhard Seyfried, Spain Rodriguez, Jack Jaxon und vieles mehr, sowie die raren farbigen Strips aus High Times. Der krönende Abschluss dieser Edition!
Matthias Heine fragt sich, ob Gilbert Sheltons Comicserie über eine männerbündische, dauerbekiffte Hippie-Lebensgemeinschaft, deren Abschluss nun auf Deutsch vorliegt, uns heute noch etwas zu sagen hat. Hat sie, versichert er. Heine findet es nicht nur amüsant, wenn Fat Freddy im Jahr 2017 metaphysische Flashbacks kriegt, er hält die Abenteuer der Freaks auch für ein geeignetes Gegengift gegen die Gutmenschen, Hausmeisterseelen und Oberlehrer von heute. Wie gesellschaftliche Verweigerung geht, nämlich mit herzhafter Unvernunft und Selbstzerstörung, kann der Leser hier lernen, meint Heine. Und das gilt für Band 1 und Band 2 der Werkausgabe, die er zusammen bespricht.
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