Wie geht es dir?
60 gezeichnete Gespräche nach dem 7. Oktober

Avant Verlag, Berlin 2025
ISBN
9783964451408
Kartoniert, 136 Seiten, 35,00
EUR
Klappentext
"Wie geht es dir?" - eine einfache Frage, doch unter dem Eindruck des Leids der Menschen infolge des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der Angriffe des israelischen Militärs im Gazastreifen herrscht auch bei uns Sprachlosigkeit und eine tiefe gesellschaftliche Spaltung.Eine Gruppe von Comic-Künstler*innen schloss sich zusammen, um das Projekt "Wie geht es dir?" ins Leben zu rufen. Seitdem sprachen 48 Zeichner*innen mit 60 Menschen, die von Antisemitismus, Hass und Rassismus betroffen sind oder sich mit menschenfeindlichen Ideologien auseinandersetzen. Darunter sind Prominente, aber auch private Bekanntschaften der Autor*innen.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.05.2025
Hoffnung schöpft Rezensentin Nina Apin durch diesen Band von unter anderen Hannah Brinkmann, Nathalie Frank und Michael Jordan: Es enthält sechzig Gespräche über die Situation nach dem 7. Oktober 2023 - in gezeichneter Form, zu Papier gebracht, so beschreibt es Apin, von insgesamt 48 deutschen Comiczeichnern. Deren Gesprächspartner sind Menschen, die auf die eine oder andere Art vom 7. Oktober und den Folgen affiziert wurden, darunter Prominente wie Saba Nur-Cheema und Meron Mendel, israelische Künstler, die in Deutschland Leben, Aktivisten und viele andere, manche bleiben anonym. Besonders gefällt der Rezensentin, dass dieses Buch nicht von politischer Lagerbildung dominiert wird, auch palästinensische Stimmen kommen zu Wort und beschreiben ihr Leid, die Zeichen des Radikalismus wie die roten Hamas-Dreiecke sind jedoch abwesend. Apin beschreibt einige der Zeichnungen des Buches näher und erläutert außerdem, inwiefern gerade ein Comic dazu geeignet sein könnte, jenseits von Hass- und Opfer-Narrativen neue Perspektiven auf den Nahostkonflikt zu eröffnen. Jedenfalls gelingt es diesem Band, der freilich keine politische Analyse vornimmt, hervorragend, zu zeigen, dass es bei Kriegen stets um Menschen geht, so der Tenor der positiven Besprechung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2025
Kritikerin Martina Knoben findet diesen unter anderem von Hannah Brinkmann herausgegebenen Comic-Band zu den Folgen des 07. Oktober höchst bedeutend: 48 Jüdinnen und Juden, Palästinenserinnen und Palästinenser sowie Holocaustüberlebende sind von ebenso vielen Zeichnerinnen und Zeichnern wie Barbara Yelin, Flix oder Birgit Weyhe gefragt worden, wie es ihnen geht. Was wie eine einfache Frage klingt, offenbart aber die Verwerfungen wie die emotionalen, empathischen Verbindungen, die sich seitdem ergeben hat, betont Knoben. Eine der Porträtierten sei Lilly, eine deutsche Jüdin, die schildere, dass Israel nun ebenso wenig ein sicherer Ort für sie sei wie propalästinensische Konzerte, ein Gefühl der Bedrohung, das von Zeichner Moritz Stätter gut wiedergegeben werde. Die Ravensbrück-Überlebende Emmie Arbel werde hingegen mit "verschatteten Aquarellen" von Yelin dargestellt. Für die Rezensentin macht gerade die Vielseitigkeit der Porträts einen wichtigen Teil des produktiven Dialogs aus, den dieses Buch beginnen möchte.