Aus dem Französischen von Bettina Reimers. Der Garten ist ein umschlossener Ort, dazu bestimmt, das Beste zu schützen: Pflanzen, Ideen und den Boden, worin beide wurzeln. Seit die herrschenden Gesetze des Marktes das Leben bedrohen, ist diese ursprüngliche Definition nach Jahrhunderten, in denen die Gartenkunst im Vordergrund stand, hochaktuell! Allerdings: Der Gartenzaun ist eine Illusion, die Vögel, Schmetterlinge und Maulwürfe und die Pflanzen mit ihren Samen kümmern sich nicht darum. Die Grenze unseres Gartens ist die verletzliche Biosphäre, ihr Gärtner die ganze Menschheit. Und dieser Gärtner nimmt eine neue Haltung ein: er schaut, staunt, versteht und befreundet sich mit der Natur. Er greift nur vorsichtig in das sich entwickelnde Leben ein, anstatt es zu beherrschen. Auf diese Weise vermehrt er die Biodiversität. Ein solcher Garten ist nicht zukunftsweisend, weil er schön ist, sondern weil er verstanden ist.
Gilles Clément erzählt vom jahrzehntelangen Experiment seines eigenen Gartens in der Creuse, und gibt damit gleichzeitig eine Anleitung zum neuen Gärtnern. In diesem erweiterten Verständnis des Gartens hat aber auch ein Besuch bei Francis Hallé auf den Bäumen im Tropenwald von Gabun seinen Platz oder die Reflexionen über verdrängtes Wissen, über Lamarck, über Botanik und Zoologie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.08.2017
Rezensentin Sabine Vogel lernt mit Gilles Clements kleinem Büchlein "Die Weisheit des Gärtners" von Gärten zu träumen. Der französische Philosoph und Landschaftsgärtner lehrt sie, die zahlreichen Erscheinungsformen der Pflanzen genau unter die Lupe zu nehmen, auf Bedingungen und Vergangenheit des Bodens zu achten und die Tiere zurück in den Garten zu locken. Ein wunderbares Buch für "Müßiggänger" und "Geschwindigkeitsgeschädigte", verspricht Vogel.
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