1295 images. Two clothbound hardcovers and an otabind brochure packed in cardboard boxes, housed in a tote bag. In 1972, at the age of 26, Gilles Peress photographed the British Army's massacre of Irish civilians on Bloody Sunday. In the 1980s he returned to the North of Ireland, intent on testing the limits of visual language and perception to understand the intractable conflict. "Whatever You Say, Say Nothing", a work of "documentary fiction," organizes a decade of photographs across 22 fictional "days" to articulate the helicoidal structure of history during a conflict that seemed like it would never end-where each day became a repetition of every other day like that day: days of violence, of marching, of riots, of unemployment, of mourning, and also of "craic" where you try to forget your condition.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2021
Rezensent Alex Rühle freut sich, dass das Riesenwerk des Fotografen Gilles Peress über den Bloody Sunday in Derry 1972 nach langer Arbeit daran und langer Pause nun doch noch herauskommt. Der ein oder andere britische Politiker sollte einen Blick hineinwerfen, meint Rühle, und endlich die Aufarbeitung der brutalen Geschichte anzustoßen. Allerdings wird mehr als ein Blick nötig sein, gibt Rühle zu verstehen. Dem Betrachter bietet sich keine stringente Bildererzählung oder Fotoreportage, so Rühle. Stattdessen versucht Peress offenbar einen Kontext zu schaffen zu den bekannten Ereignissen. Gewalt, Armut, Arbeitslosigkeit, Trauer, Gedenken spiegeln sich in steinharten Gesichtern, erklärt Rühle. Ein "großer Wurf", meint er, irgendwo zwischen Kunst, Fotojournalismus und Geschichtsschreibung.
Rezensent Ralf Sotscheck scheint noch immer tief berührt von den Ereignissen in Derry im Januar 1972. Um die Dramatik und Tragik des Moments heraufzubeschwören, genügen die Fotos von Gilles Peress, die der spätere Magnum-Fotograf in der Zeit des Bloody Sunday machte und die nun zusammen mit 1.200 anderen Bildern aus mehreren Jahrzehnten in drei Bänden, ergänzt durch Essays und Zeigenaussagen erscheinen. Wie der Fotograf nicht nur den historischen Moment festhält, sondern auch Tage der Langeweile, die "Struktur des Lebens", findet der Rezensent schwer beeindruckend.
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