Giosué Calaciura

Ich, der Sohn

Roman
Cover: Ich, der Sohn
Edition Converso, Bad Herrenalb 2024
ISBN 9783949558207
Broschiert, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Judith King. Eine Geschichte aus Palästina, beinahe zeitlos: Besatzung, Hungersnöte, Frömmelei, Clangesellschaft, Fanatismus als Grundübel. Dreißigjährig blickt Jesus auf sein Leben zurück, das er als rebellischer Heranwachsender teils mit der Suche nach seinem verschwundenen Vater verbracht hat; eine Wanderschaft voller Abenteuer und Gefahren, samt dem glühenden Erwachen des Eros. Maria, die Mutter, war selbst noch ein Kind, als sie ihn bekam, vermutlich infolge einer Vergewaltigung. Nun hat sie ein Geheimnis, einen unausgesprochenen Plan. Der ernüchterte, gleichzeitig getriebene Jesus spürt, dass er ihre Erwartungen nicht erfüllen kann, bis es zu einer letzten Wendung kommt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2024

Rezensentin Christiane Pöhlmann hat Giosuè Calaciuras fiktive Biographie von Jesus mit Interesse gelesen. Der Autor spielt darin mit dem Stoff des neuen Testaments, indem er dessen Hauptfigur, so die Rezensentin, anthropomorphisiert: Bei Calaciura zieht Jesus, von seinem Vater verlassen, aus, um diesen zu suchen, verliebt sich, will sich umbringen, wird von einem gewissen Judas davon abgebracht. Hinter dem Mythos, der sich um Jesus und die vermeintlich von ihm vollbrachten Wunder entspinnt, steckt laut Pöhlmann nicht zuletzt seine Mutter, die ihren Wunsch nach Trost auf ihn projiziert und das Leben des Helden zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung werden lässt. Die Rezensentin lobt besonders die Originalität dieser zum Denken anregenden Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.06.2024

Rezensentin Julia Schröder merkt, wie schwer es ist, über Jesus zu schreiben. Giosue Calaciuras Versuch einer Entmythologisierung überzeugt sie nicht. Der Autor konzentriert sich auf Jesus als suchenden Sohn. Das Motiv der Vatersuche und das der Mutterbindung spielt der Text laut Schröder leider nicht ohne die üblichen Projektionen (Heimsuchungen, Zweifel) durch. Als negativer Bildungsroman erscheint Schröder der Text allzu mythisch überhöht. Der "Legendenton" erscheint ihr außerdem problematisch. In der deutschen Übersetzung klingt das angestaubt, findet sie.
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