Aus dem Altgriechischen neu übersetzt von Albert von Schirnding. Platons "Symposion" ist einer der berühmtesten Texte der Philosophiegeschichte. Im Haus des Tragödiendichters Agathon treffen sich Freunde zu einem Trinkgelage, darunter der Komödiendichter Aristophanes und Sokrates. Wie in einem geistigen Wettkampf hält jeder der Freunde eine Lobrede auf den Liebesgott Eros. Geistreich und in geschliffener Sprache behandelt eine jede Rede einen besonderen Aspekt. Als die Reihe an Sokrates ist, berichtet er, er sei von der Seherin Diotima in das Geheimnis des Eros eingeweiht worden. Über mehrere Stufen führt Sokrates seine Zuhörer von der Schönheit einzelner Körper zum geistig Schönen und letztlich zur Idee des Schönen. Platons Meisterwerk ist nicht nur ein wunderbares Lehrstück über Schönheit und Liebe, sondern zugleich der Entwurf einer als Erotik verstandenen Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2013
Albert von Schirnding hat Platons "Symposion" neu zu übersetzt, berichtet Burkhard Müller. Dem Altphilologen sei es dabei nicht um die "sprachliche Leistung im Deutschen" gegangen, sondern nur um das bestmögliche Verstehen des griechischen Originals, erklärt der Rezensent, der unschlüssig ist, was er davon halten soll. Zwar sind viele Gedanken tatsächlich entschieden klarer formuliert, gibt Müller zu, die Vorträge der Schmausenden über den Eros verlieren aber auch jene Ungezwungenheit, die sie beim Gastmahl - oder beim "Trinkgelage", wie es bei von Schirnding heißt - eigentlich haben sollten, findet Müller. Nur ein philologisches Gewissen bricht einem Wort die Flügel, die ihm mit der Zeit gewachsen sind, fügt er mit Karl Kraus hinzu. Ob es aber der Flügel oder der Klarheit bedarf, um das "Symposion" in die Gegenwart zu tragen, das will Müller lieber nicht entscheiden.
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