Klappentext
Aus dem Italienischen neu übersetzt von Luis Ruby. Mit einem Nachwort von Ijoma Mangold. Das Klassiker-Ereignis des Jahres: kommentierte Neuübersetzung zum 650. Todestag Boccaccios am 21.12.2025. Das "Decameron" ist zeitlose Literatur im besten Sinne. Von Boccaccio der Pest abgetrotzt, gelangte es jüngst durch die Corona-Pandemie zu ganz unerwarteter Aktualität. Durch den Geniestreich seines "Decameron" ließ der Florentiner Giovanni Boccaccio die gesamte mittelalterliche Tradition von Rittertum und Mythologie hinter sich und wurde zu einem der wirkungsmächtigsten Neuerer der abendländischen Literatur. Mit vitalem Temperament und anekdotischer Fabulierlust widmete er sich nicht der göttlichen, sondern der menschlichen Komödie und erhob die Novelle erstmals in den Rang einer Kunstform. Nach dem Pestjahr 1348 entstanden, besticht das "Decameron" durch reiche erzählerische Mittel, einen wunderbar leichten Stil und eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Tonlagen, die von lyrischem Schwung bis zu rustikaler Derbheit reichen. Die Motive der großformatigen Bildtafeln stammen von Mario Balassi, Lazzaro Bastiani, Sandro Botticelli, Charles-Émile Callande de Champmartin, Vincenzo Campi, Giovanni Cariani, Franciabigio, Henri Lehmann, August Macke, Maître de la Cité des Dames, Martin van Meytens, Giovanni di Paolo, Maxfield Parrish, Pablo Picasso, Valentine Cameron Prinsep, Johann Anton Ramboux, Marinus van Reymerswaele, Egon Schiele, Francesco di Stefano Pesellino, Thomas Stothard, Tizian, Oliviero Toscani und Ignacio Zuloaga.
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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2025
Eine ausgesprochen systematische und ziemlich ungnädige Kritik lässt Rezensent Kurt Flasch dieser Neuübersetzung des Dekameron zukommen. Eines Gesamturteils enthält Flasch sich zwar ostentativ und weist darauf hin, dass er dem besprochenen Buch lediglich "hundert Proben" entnommen hat, um sie mit dem Original abzugleichen, aber die Beispiele, die er im Anschluss wiederum diesen hundert Proben entnimmt, gereichen dem Übersetzer Luis Ruby nicht zur Ehre. Mal moniert Flasch, dass Ruby die eleganten kurzen Sätze Boccaccios unnötig aufbläst, teils gar doppelt so viele Worte verwendet wie die Vorlage, mal stören ihn anachronistische Ausdrücke, mal moniert er Syntax-Ungenauigkeiten, mal offensichtliche Fehlübersetzungen. Regelrecht auf die Palme bringt ihn ein Satz der Übersetzung, der die Bürokratenvokabel "besagter" verwendet. Lobende Worte: Fehlanzeige, insofern darf man diese Besprechung einen veritablen Verriss nennen.