Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Emilio ist ein moderner Mann - nüchtern, lebensklug, souverän. Mit seinen fünfunddreißig Jahren macht ihm niemand mehr etwas vor. So glaubt er wenigstens. Da begegnet er der verruchten Schönheit Angiolina. Überzeugt, längst auch in Liebesdingen vor Illusionen gefeit zu sein, beginnt er ein Verhältnis mit ihr. Das freilich ändert alles.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.12.2002
Dublin, Combray, Kaisersaschern - Triest. Für den bewundernden Rezensenten Martin Mosebach hat Italo Svevo seine Heimatstadt "zu einer jener magischen Hauptstädte der Literatur gemacht". Doch sei es nicht das wache, kosmopolitische Triest seiner Zeit, das er in seinem Roman um das Geschick zweier Geschwister - des Schriftstellers Brentani und seiner Schwester - beschreibe. Vielmehr habe er das müde, "zwischen Nihilismus und Bequemlichkeit" vezauberte Triest beschrieben - oder geschaffen? - das es einmal werden würde, nach der Eingliederung nach Italien. Und dies nicht in epischer Breite, sondern mit einem geradezu verblüffenden "epischen Minimalismus", wie Mosebach findet: "Er kommt immer mit den dürrsten Worten aus, wenn er die einzelnen Phasen seiner quälend frustrierenden Liebesgeschichte durchschreitet." Svevos Figuren verfingen sich in verhängnisvollen Leidenschaften, seien aber mit Ausnahme der Schwester "auch in großem Unglück der Tragödie nicht fähig". Und nach der Katastrophe, schreibt Mosebach, hat nach einer Weile "die Seele wieder den Zustand glatter Selbstgefälligkeit erreicht". Da bleibt für Mosebach, der in der Figur Brentanis ein zu exorzisierendes alter ego des Autors vermutet, nur noch die Frage, "wie das Werk Brentanis wohl aussehen mag".
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