So hochfliegend die Idee der Gründerväter Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal, in Salzburg jährliche Festspiele einzurichten, auch gewesen sein mag, so war doch ihr großer Erfolg in so kurzer Zeit nicht zu erwarten. Salzburg war bereits in den dreißiger Jahren zur Heimstatt des bedeutendsten Musik- und Theaterfestivals der Welt geworden. Von der Katastrophe der Nazi-Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs radikal unterbrochen, stand der Entschluß zum Neubeginn sofort nach Kriegsende auf österreichischer Seite ebenso wie bei der amerikanischen Besatzungsmacht fest. So bescheiden auch die finanziellen Mittel waren, noch weitaus hinderlicher war die Tatsache, daß zahlreiche maßgebende Künstler in Österreich und in Deutschland Mitläufer und Vorzeigekünstler der braunen Machthaber gewesen waren, die man keineswegs so ohne weiteres wieder engagieren konnte. Wie es dennoch in relativ wenigen Jahren gelang, den Glanz und die Bedeutung der Salzburger Festspiele wieder herzustellen, ja zu übertreffen, das wird hier auf doppeltem Gleis vorgeführt: zum einen durch Gisela Prossnitz in Form einer reich bebilderten Chronik vor allem der festspielinternen Ereignisse und künstlerischen Höhepunkte und sodann durch die von Robert Kriechbaumer mit neuen Forschungsergebnissen bereicherte Geschichte der Festspiele in Form einer ausgreifenden historischen Darstellung. Der Publikation ist der Spielplan mit Besetzung der betreffenden Jahre auf einer CD-ROM beigefügt. Bis 2011 werden im Zweijahresrhythmus die Bände 1960-1989, dem Todesjahr Herbert von Karajans, sowie 1990-2011 erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2008
Überwiegend positiv hat Peter Hagmann diese Geschichte der Salzburger Festspiele in den Jahren 1945 bis 1960 von Gisela Prossnitz und Robert Kriechbaumer aufgenommen. Wie er berichtet, ist die Publikation zweiteilig angelegt: Im ersten Band zeichnet Prossnitz, die ehemalige Archivarin der Salzburger Festspiele, den Gang der Dinge chronologisch nach. Hagmann hebt hier die nüchterne Darstellung, die vielen zugänglich gemachten Originaldokumente sowie die reiche Bebilderung hervor. Der zweite von Robert Kriechbaumer verfasste, einzelne Themen behandelnde Band verfolgt einen anderen Ansatz: den einer "interpretierenden Erzählung". Das liest sich nach Ansicht Hagmanns weitgehend "anregend". Allerdings fällt Kriechenbaumers Band "subjektiver" aus als der von Prossnitz, was Hagmann manchmal, besonders bei der Darstellung des Falls Brecht, auch als Nachteil empfindet.
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